Uefa-Pokal : Bei Klose platzt der Knoten

1158 Minuten litt Miroslav Klose unter "Ladehemmung" - dann schoss er Werder Bremen ins Halbfinale des Uefa-Pokals. Der Nationalstürmer erzielte beim Sieg gegen Alkmaar gleich zwei Tore.

Bremen - Der Nationalspieler erzielte beim 4:1 (2:1) gegen den AZ Alkmaar in der 36. und 62. Minute seine ersten Treffer seit dem 31. Januar und sicherte den Hanseaten eine Woche nach dem 0:0 in den Niederlanden zum dritten Mal nach 1988 und 1990 den Einzug in die Runde der letzten Vier. Dort ist am 26. April und 3. Mai zunächst auswärts Espanyol Barcelona oder Benfica Lissabon der Gegner des einzigen im Europapokal verbliebenen Bundesligisten.

Nach sieben Wochen Verletzungspause hatte Tim Borowski den Zweiten der Fußball-Bundesliga in Führung gebracht. Vor 35.000 Zuschauern im Weserstadion gelang Moussa Dembele (32.) der Ausgleich für den Zweiten der niederländischen Ehrendivision. Auch beim vierten Treffer der Bremer durch Diego (82.) leistete Klose die Vorarbeit.

Gelungenes Comeback für Borowski

Mittelfeldakteur Borowski spielte nach Bänderriss und Leisten-Operation erstmals wieder von Beginn an, dafür musste Hugo Almeida auf die Bank. Ein geschickter Schachzug von Werder-Trainer Thomas Schaaf, der sich nach wenigen Ballkontakten des Nationalspielers als Glücksgriff erwies. Nach einer Viertelstunde schließlich hallten nach sieben Wochen Verletzungspause wieder Borowski-Sprechchöre durchs Weserstadion, nachdem dem 26-Jährigen glänzend vorbereitet von Diego die Führung gelungen war.

Doch die Niederländer ließen sich von dem Rückstand nicht schocken. Zunächst scheiterte Naldo (24.) zwar noch mit einem knallharten Freistoß, doch in der 32. Minute glichen die Gäste durch Dembele aus. Der 19-Jährige zirkelte den Ball aus 19 Metern an Naldo vorbei und ließ auch Tim Wiese keine Abwehrchance. Die nach dem Ausfall des am Meniskus operierten Per Mertesacker neu formierte Bremer Abwehr offenbarte in dieser Situation Schwächen. Schaaf hatte neben dem starken Petri Pasanen in der Innenverteidigung Patrick Owomoyela aufgeboten, der überraschend auf Links verteidigte.

Befreiungsschlag für Klose

"Ich hoffe, dass der Knoten endlich platzt", hatte Schaaf noch vor dem Spiel über seinen seit dem 31. Januar torlosen Torjäger Klose gesagt. Nach 36 Minuten war die grausame Zeit, die nach dem 2:0 in Leverkusen begonnen hatte, für den besten Torschützen der Weltmeisterschaft und der vergangenen Saison zu Ende. Aaron Hunt hatte sich geschickt gelöst und den Ball seinem Kollegen einschussbereit vorgelegt. Ein Blick noch zum Linienrichter, der die Fahne aber nicht hob, und Klose vollendete locker.

Die Klose-Gala war damit freilich noch nicht beendet. Als der von Beginn an mutiger als zuletzt aufspielende Top-Stürmer schließlich seinen zweiten Treffer in bekannter Manier erzielte, feierte er dieses Erfolgserlebnis wie zu besten Zeiten mit einem Salto. Nach 70 Minuten ersetzte der Langzeitverletzte Frank Baumann Torschütze Borowski. Den Schlusspunkt setzte Diego auf Vorarbeit von Klose.

Im Halbfinale trifft Werder auf Espanyol Barcelona, das sich gegen Benfica Lissabon durchsetzen konnte. Den Spaniern reichte ein 0:0 Unentschieden, um sich zu qualifizieren, da sie das Hinspiel mit 3:2 für sich entschieden hatten. (tso/dpa)

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