Uefa-Pokal : Erlösung für den HSV

Keine Festtagslaune: Dem überlegenen HSV gelang im Uefa-Pokal gegen den FC Basel nur ein Remis.

Britta Körber[dpa]

Hamburg Der Hamburger SV hat sich als Gruppensieger im Uefa-Pokal in den Weihnachtsurlaub verabschiedet. Doch beim 1:1 (0:0) gegen den FC Basel verbreitete der Fußball-Bundesligist nur selten Festtagsstimmung. Trotz einer Vielzahl von Chancen und drückender Überlegenheit schafften es die Hanseaten nicht, ihre makellose Europapokal-Bilanz zu verteidigen und mussten im sechsten Spiel erstmals ein Remis hinnehmen.

Ivan Ergic (58.) hatte nach einem kollektiven Blackout der HSV-Deckung die defensiv eingestellten Baseler überraschend in Führung geschossen und den Bundesliga-Dritten geschockt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gäste nach der Gelb-Roten Karte für Reto Zanni wegen wiederholten Foulspiels bereits in Unterzahl. Wie schon im letzten Bundesliga-Spiel beim Karlsruher SC rettete der äußerst engagierte Ivica Olic (73.) die Hamburger vor einer Niederlage.

HSV ist in der K.o.-Runde

Der HSV hatte sich ebenso wie der Schweizer Erstliga-Spitzenreiter bereits vor dem letzten Gruppenspiel für die K.o.-Runde qualifiziert. Durch den ersten Platz in der Gruppe D vermieden die Hamburger, bei der Auslosung am Freitag in Nyon zunächst einen der Champions-League-Absteiger zugeteilt zu bekommen.

Obwohl die Partie nur noch eine geringe Bedeutung hatte, brachte HSV-Trainer Huub Stevens auch im 29. Saison-Pflichtspiel seine derzeit stärkste Mannschaft aufs Feld. Das Team um den abwanderungswilligen Kapitän Rafael van der Vaart begann engagiert und erspielte sich ein klares Übergewicht gegen die biederen Schweizer.

Will van der Vaart nach Turin?

Selbst die jüngsten Spekulationen um van der Vaart, an dem angeblich nun auch Juventus Turin Interesse hat, schienen den Bundesliga-Dritten nicht zu stören. "Ich habe davon nichts gehört und werde mich nicht dazu äußern", sagte HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann im NDR-Hörfunk. Einen Wechsel seines Mittelfeld-Stars schon in der Winterpause schloss er kategorisch aus.

Einziger Makel der Hamburger war in der ersten Halbzeit die schlechte Chancenverwertung, die die defensiv eingestellten Gäste vor einem frühen deutlichen Rückstand bewahrte. Bereits nach 70 Sekunden scheiterten Nigel de Jong und Bastian Reinhardt freistehend nach einem van-der-Vaart-Freistoß am guten Baseler Torhüter Franco Costanzo. Wenig später war der Argentinier auch gegen van der Vaart (9.) auf dem Posten.

Baseler wurden beschäftigt

Vor allem der Niederländer und Mittelstürmer Olic beschäftigten die Deckung der Baseler. Innerhalb von einer Minute hatte van der Vaart (36.) gleich dreimal die Gelegenheit zur Führung, vergab aber ebenso wie Olic (32./34./38.) die besten Chancen. Sekunden vor dem Halbzeit-Pfiff wurde der Kroate von Francois Marque im Strafraum gelegt, doch Schiedsrichter Nicolai Vollquartz verweigerte den Foulelfmeter. Die Schweizer ließen sich hingegen nur selten vor dem Tor von HSV-Schlussmann Frank Rost blicken.

Auch nach dem Wechsel änderte sich zunächst nichts an den Kräfteverhältnissen. Als der Baseler Zanni (49.) nach seiner Gelb- Roten Karte vom Platz musste, sprach alles für den Bundesligisten. Um so größer der Schock, als die Schweizer völlig überraschend durch Ergic (58.) in Führung gingen. Die Hamburger benötigten einige Zeit, um sich vom Schreck zu erholen. Erst Olic (73.) schaffte vier Tage vor Weihnachten die Erlösung für den HSV. (dm/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben