Uefa-Pokal : HSV muss um Weiterkommen zittern

Der Hamburger SV ist im Achtelfinal-Hinspiel des Uefa-Pokals nicht über ein Unentschieden gegen Galatasaray Istanbul hinausgekommen. Nun müssen die Hanseaten um den Einzug ins Viertelfinale bangen.

Franko Koitzsch,Britta Körber[dpa]
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Dank Marcel Jansen (r.) schaffte der HSV wenigstens ein Unentschieden. -Foto: dpa

HamburgDank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit kam der HSV am Donnerstagabend in dem Europapokal-Achtelfinal-Hinspiel noch zu einem 1:1 (0:1). Ayan Akman (32.) hatte den 17-fachen türkischen Meister zunächst in Führung geschossen. Vier Minuten nach dem Wechsel sorgte Marcel Jansen dann für den Ausgleich. Vor 52.000 Zuschauern, darunter 12.000 Fans der Türken, kam der Bundesliga-Fünften nach der Roten Karte gegen Innenverteidiger Emre Asik (53.) zwar zu hochkarätigen Möglichkeiten, aber nicht mehr zu Treffern. "Wir hätten noch zwei, drei Tore machen können. Wir haben trotzdem noch eine sehr gute Chance", sagte Jansen.

Dank der Nachlässigkeit in der Chancenverwertung wartet viel Arbeit am nächsten Donnerstag auf den HSV, der erstmals seit 19 Jahren wieder ein Europapokal-Viertelfinale erreichen will. "In der ersten Halbzeit haben wir keinen Fußball gespielt. Da haben wir nicht gut gestanden. Wenn man von hinten den Ball nicht spielt, dann kommt vorne nichts an", sagte Trainer Martin Jol. "Wir sind überhaupt nicht zufrieden, sondern riesig enttäuscht", meinte Mladen Petric.

Nach einer Schweigeminute für die Opfer von Winnenden ging es in der HSH-Nordbank-Arena los. Die Hamburger, bei denen Jol den Peruaner Paolo Guerrero anstelle von Ivica Olic neben Petric in den Sturm beordert hatte, bemühten sich um Angriffschwung. Die Türken, Uefa-Cup-Gewinner 2000, hatten zunächst mehr vom Spiel, das im Laufe der Zeit immer giftiger wurde.

Unsicherheit in der Abwehr

Dem HSV fehlte nach den beiden deftigen Bundesliga-Niederlagen gegen Wolfsburg und am Samstag in Mönchengladbach vor allem in der Abwehr die Sicherheit. Immerhin hatten die Gastgeber durch einen 18-Meter-Schuss von Piotr Trochowski (28.) die erste echte Chance. Den ersten Treffer jedoch, das vielleicht am Ende so wichtige Auswärtstor, erzielten die Gäste mit einem Konter nach einer HSV-Ecke.

Über vier Stationen spielten die Türken blitzschnell den Ball nach vorne. Benjamin hatte im Zweikampf mit dem Ex-Schalker Lincoln das Nachsehen und spielte das Leder in den Lauf von Akman. Der zog blitzschnell ab und traf mit einem Fernschuss aus 18 Metern ins rechte Toreck. HSV-Keeper Frank Rost war chancenlos.

Rote Karte für Asik

"Wir haben zu verhalten gespielt, hätten mehr Druck machen müssen", sagte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer und forderte in der Halbzeit: "Wir müssen engagierter und überzeugter nach vorne spielen." Schon vier Minuten später erfüllte Jansen den Wunsch mit seinem ersten Europapokal-Tor für den HSV durch einen Volleyschuss. Wenig später fällte Asik den davongestürmten Petric und wurde vom Platz gestellt. In einer nun besser, aber auch härter werdenden Partie, brachten die ohne ihren Toptorjäger Milan Baros angetretenen Türken den HSV nicht mehr in Gefahr.

Eine Rudelbildung sorgte jedoch noch einmal für Aufregung, als Arda in Rost gerutscht war. Schiedsrichter Viktor Kassai aus Ungarn behielt die Ruhe, vergab Gelb gegen Boateng und Arda Turan. Danach rettete der eingewechselte Mehmet Güven (67.) auf der Gegenseite mit dem Kopf auf der Linie nach einem Gewaltschuss von Benjamin. Vier Minuten später brachte Jol seinen gefährlichsten Angreifer Ivica Olic für Abwehrspieler Dennis Aogo, der kurz vor dem Abpiff nur die Latte traf.

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