Uefa-Pokal : Naldo rettet Werder

Trotz bester Chancen fährt Werder Bremen nur mit einem dünnen Polster zum Uefa-Pokal Rückspiel nach St. Etienne. Der Bundesliga-Zehnte musste sich im Achtelfinal-Hinspiel am Donnerstag mit einem mageren 1:0 (1:0) begnügen.

Michael Rossmann[dpa]
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Zu früh gefreut. Naldo (l.) freut sich über seinen Treffer.Foto: dpa

BremenWerder scheiterte wieder einmal an seiner erschreckenden Chancenverwertung. Nach dem Treffer von Naldo in der 20. Minute vergaben die Bremer reihenweise beste Möglichkeiten gegen den 17. der französischen Fußball-Liga. In einer schwachen zweiten Halbzeit konnten sich die Hanseaten vor 30 116 Zuschauern im Weserstadion bei ihrem Torhüter Tim Wiese bedanken, dass sie am kommenden Donnerstag mit einem Vorsprung nach Frankreich reisen können. Beide Mannschaften spielten mit Trauerflor in Gedenken an die Toten des Amoklaufs in Winnenden und Wendlingen. Die Partie begann nach einer Schweigeminute.

Bei Werder fehlte neben Mesut Özil auch Per Mertesacker wegen einer Grippe. Kapitän Frank Baumann kam für den Nationalspieler ins Team, fehlt nach seiner Gelben Karte in der 68. Minute aber im Rückspiel. Der in der Bundesliga gesperrte Naldo durfte im Europapokal mitwirken. Und der Rot-Sünder machte diesmal positiv von sich reden. Als sich die Franzosen im Strafraum um Diego kümmerten und sich sein Landsmann festrannte, nutzte der Brasilianer die Chance und zirkelte den Ball mit Links unbedrängt ins Tor. Pechvogel Daniel Jenssen hatte zu diesem Zeitpunkt mit blutender Nase nach einem Ellenbogen-Check (13.) schon Aaron Hunt Platz gemacht.

Angetrieben vom quirligen Diego bestimmte Werder wie zu besten Zeiten Spiel und Tempo - nur die Tore fehlten. Vor allem Almeida hatte das Glück nicht gepachtet, und auch Frings klebte bei einem Schuss aus halbrechter Position das Pech am Stiefel. Mustapha Bayal Sall klärte auf der Linie und Keeper Jeremie Janot konnte Diegos Nachschuss über die Latte lenken. Im Gegenzug musste Tim Wiese nach einem langen Pass der Gäste buchstäblich Kopf und Kragen riskieren. Zehn Meter vor seinem Strafraum klärte der Nationalspieler souverän per Kopf. Die einzige Chance der Franzosen durch einen um die Mauer gezirkelten Freistoß von Paulo Machado holte Wiese in der 40. Minute aus der linken unteren Ecke.

Fehlende Präzision im Spielaufbau

Aus der Kabine kam Saint Etienne mit dem sichtbaren Willen, gegen die nachlässig agierenden Bremer mehr für die Offensive zu tun. Doch die Werder-Abwehr stand ordentlich - und Wiese hielt fehlerlos. Im Spielaufbau aber fehlte die Präzision, so dass auch Claudio Pizarro nicht wie gewohnt glänzen konnte. Der Matchwinner gegen den AC Mailand agierte glücklos. Der Peruaner konnte nicht nachweisen, dass ihm die Affäre um seinen Geschäftspartner Carlos Delgado, in die auch Werder-Chef Jürgen Born involviert sein soll, nicht doch die nötige Konzentration raubt. So auch in der 66. Minute, als er mit einem strammen Schuss Janot nicht überwinden konnte.

In der starken Phase der Franzosen konnte sich Werder auf Wiese verlassen, der sich mutig in die Schüsse warf und Werder so vor dem Ausgleich bewahrte. Auf der anderen Seite gingen die Bremer wie in der Bundesliga fahrlässig mit ihren Möglichkeiten um, obwohl sie bis zum Schluss nicht nachließen, den Vorsprung zu erhöhen. Doch auch die Hereinnahme von Markus Rosenberg (59. für Almeida) brachte nichts, zumal auch Diego merklich nachließ.

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