Uefa-Pokal : Nürnberger Lampenfieber

Festtag für den "Club": Nach 19-jähriger Abstinenz feiert DFB-Pokalsieger 1. FC Nürnberg heute im Erstrundenhinspiel des Uefa-Cups gegen Rapid Bukarest seine Rückkehr auf die internationale Fußball-Bühne.

Meyer
Wegweiser. Hans Meyer möchte Nürnberg in die Gruppenphase des Uefa-Cups führen. -Foto: ddp

Nürnberg"Das Kribbeln ist bei allen da. Das ist ein Festtag für den Club. Davon können im Verein alle profitieren. Wir wollen das genießen", sagte Sportdirektor Martin Bader vor dem ersten internationalen Auftritt seit 1988. Damals schied der "Club" trotz eines überraschenden 2:1-Hinspielsiegs beim AS Rom nach einem 1:3 in der ersten Runde noch aus.

Gegen Bukarest soll sich die Geschichte nicht wiederholen. Allerdings gilt Rapid nicht nur bei Trainer Hans Meyer als "Favorit" für die zwei Begegnungen am Donnerstag und am 4. Oktober in der rumänischen Hauptstadt. "Wir sind sicher Außenseiter. Rapid Bukarest ist nicht umsonst so weit oben in der Setzliste", warnte Bader davor, den eher unbekannten und unattraktiven Gegner zu unterschätzen. Zumal Rapid 2006 im Viertelfinale des Uefa-Cups stand und damals immerhin Hertha und Hamburg ausgeschaltet hatte.

In der Bundesliga läuft es für den neunmaligen deutschen Meister bisher noch nicht rund. Fünf Punkte aus fünf Spielen lautet die Ausbeute. Weil den "Club" außerdem Personalsorgen plagen, "drückt mich der Uefa-Cup schon", gibt Meyer offen zu, nachdem sein Team bereits 40 Stunden nach dem Bukarest-Spiel schon wieder beim HSV antreten muss.

Bader: "Uefa-Cup als tolle Zugabe"

Auch Bader gesteht ein, dass die Doppelbelastung eine neue Erfahrung sei und "dass die Bundesliga Priorität hat", aber der Uefa-Cup sei eben "eine tolle Zugabe, etwas Besonderes. Wir werden natürlich versuchen, weiterzukommen. Das wäre für die Entwicklung im Verein toll." Bader hofft dabei auf den Überraschungseffekt wie in der vergangenen Saison im DFB-Pokal: "Da hatte uns auch keiner auf der Rechnung. Wir haben auf jeden Fall keinen Druck."

Dafür einige Probleme. Nach Robert Vittek (Knie-Operation) und Lars Jacobsen (Leistenprobleme) fällt nun definitiv auch Stürmer Iwan Saenko (Sprunggelenk) aus. Dafür haben Peer Kluge und Joshua Kennedy ihre Muskelprobleme überwunden und stehen zur Verfügung.

Kapitän Tomas Galasek steht ebenfalls nach überstandenen Adduktorenproblemen wieder zur Verfügung. Der tschechische Nationalspieler ist der international erfahrenste Akteur beim "Club". Neben 57 Länderspielen hat Galasek mit Ajax Amsterdam auch 25-mal in der Champions League und 14-mal im Uefa-Cup gespielt. Er hoffe aber nicht, meint der 34-Jährige, "dass ich meinen Mitspielern viel sagen muss. Jeder sollte für dieses Spiel genügend Motivation haben."

Die Fans haben auf jeden Fall Lust auf ihren "Club". 40.000 Karten waren schnell weg, die Nürnberger rechnen mit einem fast ausverkauften Stadion. (mit sid)

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