Uefa-Pokal : Osasuna schockt Bayer

Ein Blitztor und ein Doppelschlag von CA Osasuna haben Bayer Leverkusens Chancen auf den vierten Einzug in ein Europapokal-Halbfinale fast auf den Nullpunkt sinken lassen.

Leverkusen - Nach einer der schwächsten Leistungen seit langem verloren die Leverkusener am Donnerstagabend im Hinspiel des Uefa-Pokal-Viertelfinales verdient mit 0:3 (0:1) gegen den überraschend starken Gast aus dem Vorort von Pamplona.

Schon nach 55 Sekunden brachte Osasunas starker Abwehrchef Javier Cuellar den Tabellen-13. der Primera Division in Führung. Innerhalb von 90 Sekunden machten David Lopez (71.) und Pierre Webó (73.) die höchste Heimniederlage von Bayer im Europapokal perfekt. Für die heimstarken Spanier scheint das Rückspiel am kommenden Donnerstag im eigenen Stadion beinahe Formsache zu sein.

"Die Chancen stehen nicht gut"

"Mit dem 0:3 sind wir weit, weit weg davon, noch ins Halbfinale zu kommen", meinte Bayer-Trainer Michael Skibbe. Das frühe Gegentor habe "uns total aus dem Konzept gebracht". Auch Kapitän Bernd Schneider sah in dem Blitztor der Gäste die Schlüsselszene der Partie: "Es war schwer, nach dem schnellen Tor ins Spiel zu kommen. Es ist schon ärgerlich, so zu verlieren. Die Chancen stehen nicht gut, nur bei ein Prozent."

Nach ihrer Erfolgsserie in der Bundesliga mit fünf Spielen ohne Niederlage waren die Leverkusener noch mit großem Selbstvertrauen in die Partie gegangen. Trainer Michael Skibbe konnte zudem auf die zuletzt gesperrten Karim Haggui sowie Jung-Nationalspieler Gonzalo Castro zurückgreifen. Ferner brachte der Coach Andrej Woronin als zweite Sturmspitze neben Stefan Kießling und entschied sich damit für eine offensivere Ausrichtung.

Erster Eckball bringt Führung für Osasuna

Doch das 0:1 warf alle taktischen Überlegungen über den Haufen. Nach dem ersten Eckball der Spanier kam Cuellar frei zum Kopfball und ließ selbst den hoch gelobten Bayer-Schlussmann René Adler keine Chance. Eine halbe Minute zuvor hatte Juanfran bereits die erste Chance vergeben, was dann zum Eckball führte.

Leverkusen war geschockt und fand überhaupt nicht ins Spiel. Abspielfehler im Aufbau und Unsicherheiten in der Deckung ließen Osasuna immer wieder gefährlich vor das Bayer-Tor kommen. Auch der zuletzt starke Mittelfeldregisseur Bernd Schneider vermochte das Spiel seiner Mannschaft nicht zu ordnen. Die Spanier, die in den letzten fünf Europapokalspielen nur ein Gegentor kassierten, standen hinten sicher und waren mit ihren Kontern immer wieder gefährlich. Leverkusen musste froh sein, dass Cuellar (7.), Lopez (12.) und Roberto Soldado (17.), dessen Kopfball Bayer-Keeper Adler hervorragend parierte, ihre Möglichkeiten ungenutzt ließen.

Erst nach rund 20 Minuten bekamen die Gastgeber die Partie allmählich in den Griff. Klare Chancen blieben aber Mangelware. Nach dem Wechsel beschränkte sich Osasuna zunächst auf die Defensivarbeit. Die Leverkusener waren dadurch zwar optisch überlegen. Doch fiel ihnen wenig ein, um das Abwehrbollwerk zu knacken. Juan (59.) hatte noch die beste Bayer-Chance. Mit zwei Kontern durch Lopez und dem Sekunden zuvor eingewechselten Webó versetzten die Spanier den Leverkusenern endgültig den K.o. (Von Morten Ritter, dpa)

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