Uefa-Pokal : Stuttgarter Sieg ohne Begeisterung

Der VfB Stuttgart ist mit einem 2:0-Sieg gegen den slowenischen Vertreter NK Domzale in den Uefa-Pokal gestartet. In einem niveauarmen Spiel verpassten die Stuttgarter die Chance, sich eine noch bessere Position für das Rückspiel zu verschaffen.

Stuttgart (15.09.2005, 18:55 Uhr) - Nach dem verkorksten Bundesliga-Start hat der VfB Stuttgart auch im Uefa-Pokal nicht richtig Tritt gefasst. Trotz eines 2:0-Erfolges gegen den slowenischen Tabellenführer NK Domzale lieferten die Schwaben vor gerade einmal 12.000 Zuschauern im Gottlieb-Daimler-Stadion eine erschreckend schwache Leistung ab. «Ich bin sauer, das war schon eine grausame Vorstellung. Ich bin tief enttäuscht», schimpfte Präsident Erwin Staudt.

Dabei hatte der starke Däne Jon Dahl Tomasson (7.) die Hausherren am Donnerstagabend schon früh in Führung geköpft. Den Schlusspunkt unter die trostlose Darbietung setzte Christian Gentner (89.) mit einem Fernschuss. Trainer Giovanni Trapattoni war deshalb «aus zwei Gründen zufrieden. Wir haben kein Tor kassiert und standen geordnet im Feld.» Nach dem sieglosen Bundesliga-Auftakt und der Fast-Blamage im DFB-Pokal beim Regionalligisten TSG Hoffenheim misslang der erhoffte Befreiungsschlag.

«Wir haben keinen schönen Fußball gespielt, aber wir haben gekämpft», sagte Tomasson. Trist war der äußere Rahmen beim Uefa-Cup-Auftakt im Schwabenland. Feierte der VfB mit seinen «Jungen Wilden» noch vor zwei Jahren rauschende Fußball-Feste in der Champions-League, kamen gegen Fußball-Zwerg Domzale kaum Zuschauer. Um im Uefa-Cup Geld verdienen zu können, muss der VfB die Gruppenphase erreichen. Nach dem späten Gentner-Treffer können die Stuttgarter dem Rückspiel (29. September) beim slowenischen Kleinstadt-Club etwas gelassener entgegen sehen.

Der VfB blieb den Beweis fußballerischer Klasse schuldig. Der vom Trainer verordnete «Fußball mit Verstand» geht in Stuttgart scheinbar auf Kosten der Leidenschaft und der Kreativität. «Wir mussten sehr vorsichtig sein, denn der Uefa-Cup dauert 180 Minuten. Da ist ein Gegentor extrem ärgerlich», rechtfertigte Trapattoni seine Taktik. Der Startrainer aus Italien hielt deshalb an seinem umstrittenen Rotations-Prinzip fest. Mit Danijel Ljuboja, Martin Stranzl, Christian Gentner und Ludovic Magnin änderte er sein Team auf vier Positionen gegenüber dem 1:1 gegen Bielefeld.

Die Nationalspieler Andreas Hinkel und Thomas Hitzlsperger sowie Markus Babbel blieben auf der Bank. Wenigstens der Schweizer Magnin rechtfertigte seine Hereinnahme. Mustergültig flankte der 26-Jährige auf Tomasson, der köpfen konnte. 20 Minuten vor Schluss wurde ausgerechnet der Däne ausgewechselt. Es gab Pfiffe für diese Entscheidung. Doch dann kam Gentner und Trapattoni lachte wieder. (Von Ulrike John, dpa)

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