Uefa-Pokal : Werder siegt - doch das "Wunder" bleibt aus

Ein Traumtor von Diego und ein 90-minütiger Sturmlauf waren am Ende doch nicht genug: Werder Bremen ist im Achtelfinale des Uefa-Pokals an den Glasgow Rangers gescheitert.

Gert Glaner[dpa]
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Alle Verrenkungen waren vergebens. Werder ist raus. -Foto: dpa

BremenEine Woche nach der 0:2-Niederlage in Schottland gewann Werder Bremen am Donnerstag zwar mit 1:0 (0:0) gegen die Glasgow Rangers, musste sich aber dennoch von einem weiteren Saisonziel verabschieden. Vor 33.660 Zuschauern im Weserstadion traf der Brasilianer Diego in der 58. Minute zum hochverdienten Sieg für die Bremer, die es nur durch ihre Abschlussschwäche versäumten, dem FC Bayern München und Bayer Leverkusen ins Viertelfinale zu folgen. Die größte Chance zum 2:0 vergab der eingewechselte Boubacar Sanogo (85.), dessen Schuss aus drei Metern Torhüter Allan McGregor an die Latte lenkte.

"Wir brauchen kein Wunder, wir müssen nur so spielen wie die meiste Zeit im Laufe der Saison", gab Sportdirektor Klaus Allofs den Spielern mit auf den Weg und mahnte zur Geduld bei der Aufholjagd: "Wir müssen nicht verrückt spielen." Doch dann legten die Bremer in ihrem 175. Europacup-Spiel los, als müssten sie den Zwei-Tore-Rückstand aus der ersten Partie innerhalb einer halben Stunde aufholen. Allerdings rannten sie dabei oftmals zu kopflos gegen das Abwehrbollwerk der Schotten an und versuchten immer wieder durch die Mitte, den "blauen Wall" vor McGregor zu überwinden.

Chancen über Chancen

Erst nach knapp einer Stunde Spielzeit fand der in der Bundesliga weiter gesperrte Regisseur Diego den Schlüssel zum Erfolg für den Vorjahres-Halbfinalisten. Nach einem technischen Kabinettstückchen an der Strafraumgrenze traf der Brasilianer mit einem Volleyschuss in die lange Ecke. Bis dahin hatte Werder den Tabellenführer der schottischen Liga vergeblich in dessen Hälfte eingeschnürt. Das erhoffte Tor blieb aus, obwohl sich die Bremer gute Gelegenheiten erarbeiteten. In der 11. Minute köpfte Hugo Almeida knapp über das Gehäuse, dann entschärfte McGregor mit den Fäusten einen Schuss von Markus Rosenberg (15.). Tim Borowski, der den Ball nach Zuspiel von Diego über das Tor schaufelte (18.), und Daniel Jensen (22.) verpassten die nächsten Einschussmöglichkeiten für die klar dominierenden Gastgeber.

Selten gefordert wurde die Abwehr der Hanseaten, in der Patrick Owomoyela anstelle des an einer Magen-Darm-Grippe erkrankten Clemens Fritz Außenverteidiger spielte. Schlussmann Tim Wiese, der seiner Mannschaft mit zwei fatalen Fehlern im Hinspiel einen Bärendienst erwiesen hatte, war 30 Minuten lang beschäftigungslos. Dann zeigte er sich beim Schuss von Nacho Novo hellwach und verhinderte das 0:1.

Rangers-Tor wie vernagelt

Nach Wiederbeginn erhöhte Werder noch einmal den Druck, doch McGregor war auch durch zwei Distanzschüsse von Jensen (50./55.) nicht zu überwinden. Erst als Diego von der Strafraumgrenze abzog, wurde die Bremer Überlegenheit endlich mit dem Führungstor belohnt. Mit Sanogo für Hugo Almeida brachte Werder-Trainer Thomas Schaaf Mitte der zweiten Halbzeit noch einmal eine frische Kraft für den Angriff, doch die mit allen Spielern verteidigenden Schotten hielten dicht. Obwohl die Hausherren das Eckballverhältnis bis zum Ende auf 18:2 schraubten, wollte der zweite Treffer, der die Verlängerung bedeutet hätte, nicht mehr fallen.

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