Sport : Uerdingen versteigert Platz im Kader

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Berlin „Ich hätte nichts dagegen, wenn es Ronaldinho wäre“, sagt Trainer Wolfgang Maes. Sein Klub, Fußball-Oberligist KFC Uerdingen, betreibt derzeit Spielersuche über das Internetauktionshaus „Ebay“. Angeboten wird ein Platz im Kader des finanzschwachen Vereins für die Saison 2005/2006. Spielerpass, ein Platz im Kader bei jedem Spiel, Teilnahme an allen Teambesprechungen sowie 200 Autogrammkarten sind im Angebot enthalten. Der Höchstbietende gewinnt, wenn er männlich und älter als 18 Jahre ist. Ein Stammplatz ist aber nicht garantiert. „Mal sehen, wer da kommt“, sagt Maes, der seit 1981 im Verein ist. „Als Trainer habe ich so etwas noch nicht erlebt.“

Vergangene Saison erhielt Uerdingen, DFB-Pokalsieger von 1985, als Neunter der Regionalliga keine Lizenz für die neue Saison. Wegen eines Lizenzverstoßes und wirtschaftlicher Probleme wurde Uerdingen in die Oberliga zurückgestuft. Die meisten Spieler gingen, nur drei blieben. Ein Insolvenzverfahren wurde eröffnet. Der aktuelle Etat von 400 000 Euro ist nach Angaben des Vereins gedeckt, obwohl noch kein Trikotsponsor gefunden sei. Außerdem müssen Altschulden von etwa 1,5 Millionen Euro abgebaut werden. „Wir wollen auf unsere Misere aufmerksam machen“, sagt Stephan Hoffmann von der Marketingabteilung des KFC. Am Dienstag lag das Gebot bei „Ebay“ bei 2500 Euro.

Versteigerungen von Fußballklubs sind nicht ganz neu. Der SF Hamborn bot 2004 einen Platz im Kader für ein Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmund an. Der Bundesligist protestierte; der Sieger der Auktion musste für 5250 Euro Platz auf der Hamborner Bank nehmen. 2002 versteigerte der 1. FC Union einen Platz auf der Trainerbank beim Benefizspiel gegen Eintracht Frankfurt. Allerdings waren Frankfurter Fans die Höchstbieter. Ihrem Vertreter verbot die Deutsche Fußball-Liga, auf der Berliner Bank Platz zu nehmen. Der Auktionsbetrag von 2092,52 Euro wurde gespendet. feg

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