Sport : Ufos und Zecken inklusive

Mathias Klappenbach über die Teilhabe an der Fußball-EM

Mathias Klappenbach

Inklusion und Exklusion sind die großen Schlagworte der Soziologie, um zu beschreiben, wer an was teilhaben kann und wer von was ausgeschlossen ist. Der Erfolg großer Fußballturniere ist auch damit zu erklären, dass sich jeder irgendwie inkludiert fühlen kann. So auch Hobby-Astronom Werner Walter. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa von gestern erwarten Walter und die Mannheimer Ufo-Meldestelle zur Fußball-Europameisterschaft eine wahre Flut von Anrufen. Grund seien Leuchtballons aus Reispapier, die schon in den vergangenen Monaten inflationär den Luftraum bevölkert hätten.

Genauso interessant ist die ebenfalls über den Nachrichtenticker verbreitete Stellungnahme der Farb-Therapeutin Hanni Reichlin-Meldegg. Die deutsche Nationalmannschaft habe bei der Wahl ihrer Spielkleidung die falsche Entscheidung getroffen, den Deutschen fehle es an Power in der schwarzen Hose, das weiße Trikot habe keine besondere Aussage. Offen blieb, was daraus folgt. Kaiser Wilhelm, seit dessen Zeiten die Mannschaft in diesen Farben spielt, kann nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden.

Es gibt natürlich auch Meldungen, die eng am Ball sind. „Gute Nachwuchsarbeit“ steht über der Mitteilung, laut der gleich drei Spieler der Kroaten nach der EM Vater werden. Anica Kovac, die ehemalige „Miss Kroatien“, wird ihren Mann Robert zu allen Spielen begleiten, obwohl sie im vierten Monat ist. Sie wird nicht dabei sein, wenn dieser Tage im Europapark Rust die „Miss EM“ aus den 16 Vertreterinnen der EM-Teilnehmer gewählt wird. Außer in Badeanzug und Abendkleid treten die Schönheiten auch im Nationaltrikot auf. Farb-Therapeutin Hanni Reichlin-Meldegg hat zu den Chancen der Deutschen leider nichts gesagt. Immerhin, Guido Buchwald gehört zur Jury. Der war 1990 ganz eng inkludiert, als Deutschland auf dem Platz Weltmeister wurde.

Dort ist es ohnehin am sichersten. Denn es gibt, wie ebenfalls gestern enthüllt wurde, in Österreich Zecken. Die einzig sichere Grünfläche wird der Rasen in den Arenen sein. „Dieser Stadionrasen ist so künstlich, ich kann mir nicht vorstellen, dass es da einer Zecke gut geht“, sagt der Allgemeinmediziner Josef Lohninger von der Österreichischen Ärztekammer. Dass es rundherum Milliarden von Zecken gebe, hat er wörtlich gemeint.

Ein anderes Mal erklären wir ausführlich, wie Fondsmanager der Deka-Bank Deutschland als Europameister errechnet haben. Und warum die Oper in Zürich Schallschutzfenster eingebaut hat. Zur Exklusion, so viel sei schon verraten.

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