Ukraine vor der EM : Trainer Blochin spricht von "Sabotage"

Lebensmittelvergiftung, Magen verdorben - oder ist das Nationalteam der Ukraine außer EM-Form? Nach dem ernüchternden 0:2 bei der Generalprobe gegen die Türkei kursieren böse Gerüchte.

Fassungslos. Trainer Oleg Blochin gerät nach zwei Testspielniederlagen unter Druck. Verdorbenes Essen soll an der schlechten Form schuld sein.
Fassungslos. Trainer Oleg Blochin gerät nach zwei Testspielniederlagen unter Druck. Verdorbenes Essen soll an der schlechten Form...Foto: dpa

Trotz des ernüchternden 0:2 bei der EM-Generalprobe wurde das Nationalteam der Ukraine nach dem Rückflug bei Nebel in Kiew feierlich begrüßt. Ein roter Teppich lag bereit, junge Frauen in Landestrachten erwarteten die Spieler mit den traditionellen Begrüßungsgeschenken Brot und Salz. Nach einem kurzen Empfang für Anatoli Timoschtschuk, Andrej Schewtschenko & Co. ging es zum Ausruhen ab ins Mannschaftsquartier. Spätestens am kommenden Montag gegen Schweden will sich der Co-Gastgeber als ein ganz anderes Team präsentieren - sonst ist wohl nach der Vorrunde beim Heimturnier schon Schluss.

„Ich denke und habe keinen Zweifel daran, dass wir am 11. Juni eine komplett andere Mannschaft sehen werden“, versicherte Nationaltrainer Oleg Blochin und machte eine Lebensmittelvergiftung von zehn seiner Spieler für den schwachen Auftritt beim 0:2 gegen die Türkei am Dienstagabend in Ingolstadt verantwortlich. „Ob es Sabotage war oder irgendetwas anderes, weiß ich nicht“, sagte Blochin. Der genaue Grund für die Vergiftungen sei unklar, da die Spieler unterschiedliche Gerichte gegessen hätten. „Ich erlebe so etwas zum ersten Mal. Es ist eine Extremsituation, aus der wir herauskommen müssen.“ Auch der Coach selbst soll angeschlagen gewesen sein.

Damit wurde nachträglich die überraschende Startformation beim Test gegen die Türkei begründet. Offensiv-Stars wie Schewtschenko und Andrej Woronin waren nur auf der Bank, Bayerns Timoschtschuk nicht einmal im Kader. Warum, das verriet vor dem Anpfiff der Partie gegen die nicht für die EM-Endrunde qualifizierten Türken keiner. Die Erklärung gab es erst anschließend.
Da war Timoschtschuk gerade gemütlich mit den Händen in der Hosentasche über den Rasen geschlendert, hatte seine Mitspieler abgeklatscht und für ein Erinnerungsfoto mit Journalisten posiert.

Sorge in der Heimat hatte der Auftritt aber in jedem Fall hervorgerufen. „Der Torwart strahlte keine Sicherheit aus, die Abwehr war löchrig und der Sturm zahnlos“, bewertete das ukrainische Internetportal „Liga.net“ die nach dem 2:3 gegen Österreich zweite Niederlage nacheinander. Pragmatisch ging die offizielle ukrainische EM-Seite mit der Vorstellung um. „Oleg Blochin hat es definitiv geschafft, Erik Hamren, den Trainer des ersten ukrainischen EM-Gegners, zu verwirren. Von zehn Spielern, die in den letzten Partien auf dem Platz standen, waren nur zwei in der Startelf.“ dpa

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