Uleb-Cup : Schlecht fürs Image

Alba Berlin schadet in Litauen auch seinem guten Ruf.

Helen Ruwald

Berlin - Vor zwei Wochen blickte Basketball-Europa voller Bewunderung nach Berlin: Alba Berlin hatte Bosna Sarajevo im Uleb-Cup nach fünf Verlängerungen geschlagen und Geschichte geschrieben. Inzwischen hat der gerade noch exzellente Ruf gelitten: Zu deutlich war die Abreibung, die der Bundesliga-Tabellenführer am Dienstagabend in Litauen einstecken musste. 51:71 (19:39) in Siauliai, eine Trefferquote von 32 Prozent, ganze sechs Punkte zwischen Minute elf und zwanzig – schlimmer hätte es nicht kommen können. Eigentlich hatten die Berliner sich einen Sieg in Litauen als Ziel gesetzt, aber „wir haben nicht einmal unser zweites Ziel erreicht, den direkten Vergleich zu gewinnen“, sagte Trainer Luka Pavicevic. Dabei schien das ein relativ anspruchsloses Ziel zu sein, schließlich hatte sein Team das Hinspiel mit 15 Punkten Unterschied gewonnen. Aus dem geplanten Riesenschritt Richtung nächste Runde wurde ein Schritt zurück.

Siauliai hat die punktgleichen Berliner als Tabellendritter der Gruppe A abgelöst. Die ersten drei Teams der Sechsergruppe ziehen sicher in die Runde der letzten 32 ein, dazu kommen die fünf besten der neun Tabellenvierten. Alba tritt noch beim bislang sieglosen Englischen Meister Guildford Heat, gegen das Topteam Turk Telekom Ankara und in Sarajevo an.

Die Analyse war das unproblematischste an Albas Auftritt. „Wir haben schlecht gespielt und nicht richtig verteidigt“, sagt Julius Jenkins, der als Einziger Normalform erreichte. „Wir müssen diesen Auftritt schnell abhaken.“ Schließlich muss Alba vor der Weihnachtspause noch am Sonnabend in Bonn auflaufen.

In den vergangenen Wochen mussten die Berliner viele Verletzte kompensieren und das Team immer wieder umstellen. Dass die Mannschaft in Litauen einfach erschöpft war, weist Jenkins jedoch zurück. „Damit hatte das nichts zu tun“, sagt er. Dafür war er selbst der beste Beweis. Obwohl er vergangene Woche durch eine Knieverletzung und einen Virus gestoppt worden war, machte er in Siauliai 22 Punkte. Dafür zog sich dort Dijon Thompson einen Bänderriss im Sprunggelenk zu. Wie lange er ausfällt, steht noch nicht fest. Helen Ruwald

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