Ulf Kirsten : "Ich bin sicher in der zweiten Runde"

Dynamo Dresden trifft im DFB-Pokal auf Bayer Leverkusen. Ex-Fußballstar Ulf Kirsten spricht mit dem Tagesspiegel über seine beiden früheren Vereine, gesprengte Grillpartys und die Reise am Ende des Tages.

Ulf Kirsten, 45, spielte schon in der DDR-Oberliga für Dynamo Dresden. Nach dem Umbruch wechselte er 1990 zu Bayer Leverkusen. In 350 Bundesligaspielen erzielte Kirsten für die Rheinländer 182 Tore. Heute steht er als Berater vor einer Rückkehr zu den Sachsen.
Ulf Kirsten, 45, spielte schon in der DDR-Oberliga für Dynamo Dresden. Nach dem Umbruch wechselte er 1990 zu Bayer Leverkusen. In...Foto: dpa

Herr Kirsten, in der ersten Runde des DFB-Pokal treffen heute Ihre ehemaligen Klubs Dynamo Dresden und Bayer Leverkusen aufeinander. Wie haben Sie von dieser Paarung erfahren?

Ich habe bei uns zuhause eine Grillparty gegeben. Dann rief mein Sohn an und erzählte mir, dass Leverkusen gezogen wurde. Da fiel mir natürlich das Glas aus der Hand, die Party war gesprengt. Im Scherz habe ich nur gesagt: „Super, ich bin sicher in der zweiten Runde.“ Ganz egal, wie das Spiel auch ausgeht.

Was ist Ihnen in diesem Moment durch den Kopf gegangen? Schlecht für Dresden? Gut für Leverkusen?

Ich sehe das relativ gelassen. Es ist für beide Mannschaften ziemlich bitter, wenn man in der ersten Runde einen solch starken Gegner erwischt. Aber da müssen sie jetzt durch.

Unter normalen Bedingungen dürfte es für Dynamo Dresden nicht für einen Sieg reichen. Wie kann es dennoch gelingen, Bayer Leverkusen zu ärgern?

Dresden hatte in dieser Saison schon zwei Pflichtspiele, die sind mehr oder weniger eingespielt. Für Leverkusen ist es dagegen das erste Saisonspiel, die wissen noch nicht wirklich, wo sie stehen. Dresden ist also gar nicht in einer so schlechten Ausgangslage. Außerdem spielen sie zuhause, haben fantastische Fans im Rücken. Und ja, eigentlich wollte ich das nicht mehr sagen, aber der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Das wissen natürlich auch die Menschen in Dresden.

Auf was müssen sich die Spieler von Bayer Leverkusen im Rudolf-Harbig-Stadion gefasst machen?

In Dresden wird es heute Nachmittag brennen, das wird ein ganzer heißer Tanz. Beide Mannschaften wollen unbedingt in die nächste Runde, die werden sich nichts schenken. Wer von ihnen zuerst nachlässt, der wird auch rausfliegen.

Seit Ihrem Wechsel nach Leverkusen stehen beide Vereine in gutem Kontakt. Dynamo Dresden liegt nun sogar der Entwurf einer Kooperations-Vereinbarung vor. Wie ist da der Stand der Dinge?

Das hat der Reiner Calmund angeleiert. Die Vereine könnten im sportlichen Bereich zusammenarbeiten, zum Beispiel könnten Spieler von Leverkusen in Dresden weiter ausgebildet werden. Bayer Leverkusen ist daran sehr interessiert, aber es muss natürlich auch Dynamo Dresden Interesse zeigen. Nach dem Spiel setzen sich die Verantwortlichen deswegen noch einmal zusammen. Und dann wird man weitersehen.

Sie haben kürzlich die Arbeit als Trainer der U-23-Mannschaft von Bayer Leverkusen niedergelegt. Werden Sie im Rahmen der Kooperation den Verein wechseln?

Ich hospitiere derzeit im Scouting- und Managementbereich von Bayer Leverkusen. Das Scouting ist ja bekanntlich in Deutschland das beste. Da werde ich jetzt noch ein Weilchen beschäftigt sein. Und am Ende des Tages werde ich dann mal schauen, wo die Reise hingeht.

Vielleicht zurück nach Dresden?

Vielleicht zurück nach Dresden.

Ulf Kirsten, wie geht das Spiel heute aus?

Es ist völlig offen. Die Chancen stehen vielleicht 51:49 für Leverkusen, weil sie natürlich personell besser besetzt sind.

Und welchen Schal werden Sie mit ins Stadion nehmen?

Wenn es wirklich so kalt sein sollte, dann weder einen gelb-schwarzen, noch einen rot-schwarzen. Ich komme als Fan beider Mannschaften.

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