Sport : Uli Borowka: Nüchtern, fit und braun gebrannt

Andre Görke

Uli Borowka hat 397 Bundesliga-Spiele absolviert, war Stammspieler in Mönchengladbach und Bremen, selbst für die deutsche Nationalmannschaft hat er sechs Mal gekickt. Bekannt aber wurde Borowka nicht nur durch sein fußballerisches Können, sondern vor allem durch seine Alkohol-Probleme. Nun hat er mal wieder Fußball gespielt, beim Oldie-Turnier in Lichtenberg. Uwe Seeler hatte ihn eingeladen.

Borowka ist jetzt 38 Jahre alt, wohnt zurückgezogen in Lichtenrade und arbeitet im Sportmarketing. Vor zwei Wochen stand er wieder einmal in den Schlagzeilen. In der "Kreiszeitung Syke" berichtete Borowka erstmals über seinen Kampf gegen die Alkoholsucht. "Es ist richtig, ich hatte große private Schwierigkeiten und Alkohol-Probleme", sagt Borowka. "Das Wichtigste ist, dass man die Krankheit akzeptiert und sich dagegen wehrt. Die Therapie hat sich gelohnt."

Vor sechs Jahren tauchten bei seinem damaligen Verein Werder Bremen erstmals Gerüchte über Borowkas Alkoholprobleme auf. Die Mannschaft hatte ihn in der Öffentlichkeit gedeckt. Genauso Otto Rehagel und auch Bremens ehemaliger Manager Willi Lemke. Im März 1995 aber bestätigten sich die Gerüchte. Seine Frau Carmen rief die Polizei, nachdem ihr Mann sie handgreiflich attackierte. Borowka landete in der Ausnüchterunszelle.

Borowka sportlicher Abstieg begann, nur ein knappes Jahr später war er in Bremen nicht mehr gefragt. Im Januar 96 fuhr borowka mit 1,3 Promille gegen einen Baum. Er war gerade aus den Schlagzeile verschwunden, da erschien Borowka volltrunken vor der Wohnung seiner Frau, die mit den beiden Kindern ins Rheinland geflohen war. Wieder landete Borowka im Knast, die Profi-Laufbahn war beendet. Borowka verkaufte seine Villa und kam über den Berliner Verbandsligisten Tasmania 73 zu Hannover 96. Wieder gab es Alkohol-Gerüchte, Borowka wechselte für kurze Zeit zum polnischen Erstligisten Widzew Lodz. Die Karriere aber war vorbei.

Am Sonnabend hat Borowka wieder Fußball gespielt. Er war braun gebrannt, fit und nüchtern. Nur an einem Fettnäpfchen kam er nicht vorbei. Borowoka, der trockene Alkoholiker, warb für eine Biermarke - im "Hasseröder-Team".

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