• Uli Hoeneß und der Himmel über Belgrad Die Deutschen bei der EM – ein Rückblick

Sport : Uli Hoeneß und der Himmel über Belgrad Die Deutschen bei der EM – ein Rückblick

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Man mag es kaum glauben: Keine Nationalmannschaft war bei den Europameisterschaften so erfolgreich wie die deutsche. Ihre Bilanz: drei Titel und zwei FinalTeilnahmen. Die Blamage fand 1967 statt: Durch ein 0:0 in Albanien verpasste das Team die EM. Seitdem waren die Deutschen bei jedem Finalturnier dabei.

1972, in Belgien: Deutschland wird Europameister. Günter Netzer blüht in Abwesenheit von Wolfgang Overath als Spielmacher auf. Belgien im Halbfinale (2:1) und Russland im Finale (3:0) sind ohne Chance. Ausländische Zeitungen schwärmen von einem „Wunderteam“.

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1976, in Jugoslawien : Deutschland wird Zweiter. Müller spielt sich in den Vordergrund – Dieter Müller. Beim Stand von 1:2 im Halbfinale gegen Jugoslawien wird der Kölner eingewechselt und schießt Deutschland mit drei Toren ins Finale gegen die Tschechoslowakei. Wieder trifft Müller, doch am Ende jubeln die Tschechen. 2:2 heißt es nach Verlängerung, im Elfmeterschießen drischt Uli Hoeneß den Ball in den Himmel über Belgrad.

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1980, in Italien: Deutschland wird durch ein 2:1 im Finale gegen Belgien Europameister. Es ist das erste Turnier als Bundestrainer für Jupp Derwall. Horst Hrubesch schießt beide Tore. Der junge Bernd Schuster kommt groß heraus – und Lothar Matthäus feiert ein 17-Minuten-Debüt in der Vorrunde gegen die Niederlande, bei dem er gleich einen Elfmeter verschuldet.

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1984, in Spanien: Deutschland scheidet schon in der Vorrunde aus. Die Mannschaft scheitert an Portugal (0:0), Rumänien (2:1) und Spanien (0:1). Das entscheidende Tor im letzten Vorrundenspiel gegen Spanien kassieren die Deutschen in der Nachspielzeit durch den Madrilenen Maceda. Während der geniale Michel Platini die Franzosen zum Titel führt, muss Jupp Derwall gehen. Sein Nachfolger heißt Franz Beckenbauer.

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1988, in Deutschland: Diesmal erreicht die deutsche Mannschaft das Halbfinale. Zwei Minuten vor dem Abpfiff im Hamburger Volksparkstadion entwischt der Niederländer Marco van Basten seinem Bewacher Jürgen Kohler – Schuss, Tor, 1:2. Nach dem Halbfinale kommt es beinahe zum Eklat, als der holländische Abwehrchef Ronald Koeman sich mit dem Trikot von Olaf Thon demonstrativ das Hinterteil abwischt.

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1992, in Schweden: Deutschland wird Zweiter. Aus dem Urlaub reisen die Dänen als Nachrücker für Jugoslawien an – und kommen bis ins Finale, in dem sie die Deutschen 2:0 schlagen. Berti Vogts hat bei seinem ersten großen Turnier als Bundestrainer Pech: Lothar Matthäus zieht sich kurz vor der EM einen Kreuzbandriss zu, Rudi Völler bricht sich im ersten Spiel gegen die GUS den Arm.

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1996, in England: Deutschland wird Europameister. Nach dem gewonnenen Elfmeterschießen im Halbfinale gegen England erzielt der eingewechselte Oliver Bierhoff beim 2:1 im Finale gegen Tschechien beide Tore. Sein Siegtreffer in der Verlängerung geht als erstes Golden Goal bei einem Turnier für A-Nationalmannschaften in die Geschichte ein. Überragend spielen Kapitän Jürgen Klinsmann und Libero Matthias Sammer, doch Trainer Vogts prägt einen anderen Slogan: „Der Star ist die Mannschaft!“

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2000, in Belgien und den Niederlanden: Deutschland scheidet schon in der Vorrunde aus. Lothar Matthäus gibt mit knapp 40 Jahren seine Abschiedsvorstellung in der Nationalmannschaft, die gegen Rumänien, England und Portugal nur einen Punkt holt und dabei ein einziges Tor schießt, durch den Münchner Mehmet Scholl beim 1:1 gegen Rumänien. Portugal tritt zum letzten Vorrundenspiel gegen Deutschland mit der B-Mannschaft an, wechselt kurz vor Schluss auch noch den Ersatztorhüter ein und gewinnt trotzdem 3:0. Einen Tag später tritt Teamchef Erich Ribbeck zurück.AG/gol

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