Sport : Ulm - Bielefeld: Armina nutzt Schwäche des SSV zum 1:0-Sieg aus

Der SSV Ulm hat im Bundesliga-Absteigerduell nicht nur die Punkte, sondern auch viele Sympathien bei den Fans verloren. Die Ulmer unterlagen gegen Arminia Bielefeld 0:1 (0:1) und verpatzten damit vor 13 000 Zuschauern ihre Heimpremiere in der zweiten Fußball-Bundesliga. Das Tor im Donaustadion erzielte in der 44. Minute Christian Wück nach einer Flanke von Jörg Bode. Zwei Zweitliga-Spiele hat der SSV 46 nach dem Abstieg nun hinter sich, 180 Minuten agierten die Ulmer ohne Konzept. Beim Saisoneinstand in Duisburg half noch das Glück zu einem 2:1-Sieg, doch gegen die Ostwestfalen fehlte es den Ulmern. "Vielleicht war das zur rechten Zeit ein Schuss vor den Bug", sagte SSV-Manager Erich Steer, "ein Sieg oder Remis hätte die Schwächen nur wieder verdeckt."

Und die Mängel bei den Ulmern waren offensichtlich. Dabei wählte Trainer Martin Andermatt gegen die Arminia eine offensivere Variante als eine Woche zuvor. Fünf nominelle Offensivkräfte sollten für Schwung nach vorne sorgen, doch die Angriffsaktionen verliefen nahezu alle ohne zwingende Torchance. Die größte Möglichkeit der Gastgeber vergab Vragel da Silva in der 74. Minute, als der Brasilianer mit einem Kopfball an Torhüter Goran Curko und dem Pfosten scheiterte.

Spielmacher Adnan Kevric, einer von sechs Zugängen in der Anfangsformation, konnte keine Akzente setzen. "Es war für ihn natürlich auch schwer, weil Bielefeld die Räume hinten sehr dicht gemacht hat", räumte Andermatt ein, der den entscheidenden Mangel, neben etlichen Abstimmungsproblemen, in der Lücke im Mittelfeld sah, die sich immer wieder auftat. "Wir hatten eigentlich zwei Reihen in der Mannschaft, eine vorne, eine hinten, dazwischen war nichts", kritisierte der Schweizer. Diese Räume nutzten die Bielefelder immer wieder aus. "Wir hätten noch zwei, drei Tore machen müssen", analysierte dann auch Arminia-Trainer Hermann Gerland.

Bielefeld erwischte mit zwei Auftaktsiegen einen Einstand nach Maß in die neue Spielzeit. Zufrieden zeigte sich Martin Andermatt alleine mit der Disziplin, die seine Schützlinge auch nach dem Rückstand bewiesen. Eine Disziplin, die allerdings auch die Kreativität hemmte. "Die Spieler haben auf dem Platz immer wieder nach Lösungen gesucht und dabei viel Zeit verloren, um schnell und direkt zu spielen. Wir müssen wieder mehr agieren", fordert Andermatt.

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