Umbau bei den Füchsen Berlin : Die dunkle Bedrohung - für den Kader

Kaum ein Spieler kann sich sicher sein um seine Zukunft in Berlin: Weil die Saison enttäuschend verläuft planen die Füchse Berlin erneut große Veränderungen im Kader.

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Warum läuft es nicht? Manager Hanning (r.) und Trainer Richardsson.
Warum läuft es nicht? Manager Hanning (r.) und Trainer Richardsson.Foto: Imago/Foto2Press

An den Verhaltensmustern hat sich über die Jahre nicht viel geändert. Immer Mitte Januar, wenn im Handball die großen internationalen Turniere stattfinden, diesmal die Europameisterschaft in Polen, kommt es bei den Füchsen Berlin zu einer Art Bestandsaufnahme: Welche Spieler haben überzeugt? Welche sind negativ aufgefallen? Wer darf also bleiben? Und wer muss, wie der gerade abgesetzte Kapitän Fredrik Petersen, gehen? In diesem Jahr fällt die Antwort auf diese Fragen jedoch außergewöhnlich scharf aus. „Niemand kann sich sicher sein, auch wenn er einen noch so langen Vertrag hat“, sagt Manager Bob Hanning, „alles ist möglich.“

Also auch, dass die Verantwortlichen des Bundesligisten den Kader auf mehreren Positionen umbauen. „Wir werden alles hinterfragen, ohne uns infrage zu stellen“, sagt Hanning – ein bemerkenswerter Satz angesichts der Tatsache, dass die Berliner vor ziemlich genau einem Jahr fast die Hälfte ihres Personals ausgetauscht haben. „Ich hatte die Hoffnung, dass wir perspektivisch ein Team aufbauen können“, ergänzt Hanning, „aber das müssen wir wohl noch einmal überdenken.“

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sie in Berlin alles andere als zufrieden sind mit dem Verlauf der Hinrunde, abgesehen vielleicht vom Beginn. Auf den größten Erfolg der Klubgeschichte, den Sieg bei der Weltmeisterschaft für Vereinsteams in Doha, folgten ebenso große Enttäuschungen: zum Beispiel das frühzeitige Ausscheiden im DHB-Pokal oder, noch viel schlimmer, das Aus im EHF-Pokal, in dem die Füchse immerhin einen Titel zu verteidigen hatten. Einzig im Kerngeschäft Bundesliga finden sich die Berliner in etwa dort wieder, wo sie sich vor der Saison selbst verortet hatten: auf Rang sieben, in Reichweite der Europapokalplätze. „Manche Sachen laufen einfach nicht so, wie sie laufen sollten“, analysiert Hanning.

Das Team leistet sich zu viele Schwächephasen

Vor allem hat es dem im Sommer neuformierten Kader zuletzt an Konstanz gefehlt, wieder und wieder leistete sich das Team unerklärliche Schwächephasen: Gegen Rekordmeister THW Kiel etwa deutete 30 Minuten alles auf einen Heimsieg hin, am Ende stand eine klare Niederlage. Ein ähnliches Bild bot sich in den Play-offs zum EHF-Pokal: Lange Zeit dominierten die Füchse im Hinspiel das französische Spitzenteam Chambéry Savoie, ehe sie ihr hart erarbeitetes Polster binnen weniger Minuten wegschenkten – und eine Woche später im Rückspiel ausschieden. „Das nehme ich der Mannschaft übel“, sagt Hanning.

So reagiert der Manager nun mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, sprich: mit Transfers. Die Lücke, die Kapitän Petersen auf Linksaußen hinterlassen hat, wollen die Berliner mit einem Jugendspieler lösen. Für die Position im linken Rückraum soll „ein echter Hochkaräter“ kommen und den verletzten Paul Drux ersetzen respektive entlasten – und selbst auf der in dieser Saison schwachen Torhüterposition fahnden die Füchse dem Vernehmen nach nach Verstärkungen.

Alles ist möglich – so lautete der Leitspruch von Publikumsliebling, Ex-Kapitän und Handball-Rentner Iker Romero. Im Dezember 2015 hat dieses Motto einen anderen Klang.

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