Update

Umbruch bei den BR Volleys : Trainer Lebedew verlässt den Klub

Die BR Volleys werden nach dem verlorenen Meisterschaftsfinale ihr Team umbauen. Zur neuen Saison gehen vier Spieler - und Trainer Mark Lebedew.

von
Ende in Sicht. Sowohl Trainer Mark Lebedew als auch Kawika Shoji verlassen die BR Volleys.
Ende in Sicht. Sowohl Trainer Mark Lebedew als auch Kawika Shoji verlassen die BR Volleys.Foto: dpa

Als Letzter ergriff Kaweh Niroomand das Mikrofon. Er holte tief Luft, verteilte viel Lob, doch dann sagte der Manager der BR Volleys betrübt: „Das wird der Abend der schlechten Nachrichten.“" Eigentlich hatten die Vereinsverantwortlichen, die Spieler, Fans und Sponsoren gehofft, am Montagabend bei der Saisonabschlussfeier im Vip-Raum der Berliner Max-Schmeling-Halle die vierte Volleyball-Meisterschaft nacheinander feiern zu können. Doch nach der 1:3-Niederlage am Sonntag beim VfB Friedrichshafen wurde daraus eine große Abschiedsfeier. Denn Niroomand verkündete Personalien, die das Ende einer Ära bedeuten. Und die wichtigste ist das Ende der Zusammenarbeit mit Trainer Mark Lebedew. Als Niroomand das sagte, ging ein Raunen durch das Publikum.

Am Montagnachmittag hatten sich Niroomand und Lebedew getroffen. „Das Gespräch hat keine 30 Minuten gedauert“, erzählte der Manager. Beide hätten sich in die Augen gesehen, ruhig miteinander geredet. „Und dann waren wir beide uns sicher: wir müssen neue Wege gehen.“ Der 62-Jährige lobte den Australier als „überragenden Trainer“ und gab zu: „Ich weiß nicht, ob wir wieder so einen guten finden werden.“ Niroomand musste schlucken, als er redete. Und er war den Tränen nah. Auch Lebedew war sehr bewegt. „Es waren fünf lange und schöne Jahre, die viel Kraft gekostet haben“, sagte er. „Das war nun für alle der richtige Zeitpunkt.“

Lebedew fasste seine Zeit mit einem Wort zusammen: "Unvergesslich"

Der 47-Jährige hat an der erfolgreichsten Zeit der Vereinsgeschichte großen Anteil. In seiner ersten Saison 2010/2011 wurde er mit den Berlinern gleich Vizemeister, danach führte er die Mannschaft zu drei Meistertiteln in Serie und in dieser Saison konnte er den dritten Platz in der Champions League feiern. Lebedew ist kein Mann der großen Worte. Als er gebeten wurde, seine Zeit bei den Volleys mit einem Satz zusammenzufassen, brauchte er sogar nur ein Wort: „Unvergesslich.“ Lebedew wird ins Ausland wechseln, wohin wollte er noch nicht verraten.

Aber der Trainer war nicht der Einzige, der gestern mit viel Wehmut verabschiedet wurde. Auch wichtige Spieler dieser werden die Volleys verlassen. Spieler, die Niroomand als „die beste Volleyball-Generation" bezeichnete, mit der er in 40 Jahren zusammengearbeitet habe. Nun folgt der Umbruch, der im Vorjahr noch verschoben wurde. Kapitän Scott Touzinsky, Zuspieler Kawika Shoji und Libero Martin Krystof werden wechseln. Aleksandar Spirovski wird seine Karriere beenden. Alle vier Profis waren an den drei Meistertiteln beteiligt. Alle waren große Sympathieträger und Identifikationsfiguren. Touzinsky zieht es nach China. Sein US-amerikanischer Landsmann Kawika Shoji geht in die Türkei und der Tscheche Krystof wechselt zurück in seine Heimat.

Insgesamt laufen zehn von 13 Spielerverträgen aus. Bisher haben nur Tomas Kmet, Erik Shoji und Sebastian Kühner Verträge für die nächste Saison. Niroomand will um diese drei, um Robert Kromm und um Paul Carroll ein neues Team aufbauen. Neuzugänge konnte er am Montag allerdings noch nicht präsentieren. Die erste Personalie, die er angehen will, ist der neue Trainer. Das Anforderungsprofil ist klar: „Er soll internationale Erfahrung mitbringen und muss gut mit der Mannschaft kommunizieren können.“ Solche Alternativen bietet der deutsche Trainermarkt nicht. In spätestens vier Wochen will er einen neuen Coach vorstellen. Dass dieser die Volleys zu weiteren Erfolgen führen wird, davon ist auch Lebedew überzeugt: „Das Projekt hat ein eigenes Momentum entwickelt."

Am Ende seiner Rede war dann auch Niroomand voller Zuversicht: „Wir werden besser und stärker werden, um den Titel zurückzugewinnen und in Europa einen weiteren Schritt zu mache", sagte er. Das war dann doch noch eine gute Nachricht.

Folgen Sie der Tagesspiegel-Sportredaktion auf Twitter:

1 Kommentar

Neuester Kommentar