Sport : Unaufhaltsam Richtung Lissabon

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Stefan Hermanns über schöne neue Aussichten für den deutschen Fußball

Gibt es im Fachhandel eigentlich schon Kalender für das Jahr 2004 zu kaufen? Das ist jetzt kein Witz, sondern ein wichtiges Thema. Planung ist das halbe Leben. Wir ahnen ja schon, wie es am 4. Juli 2004 sein wird: Dann jammern Sie wieder, Sie hätten ja nun wirklich nicht wissen können… Liegen in der Dominikanischen Republik am Strand, drehen sich unruhig auf ihren Badetüchern hin und her, weil es natürlich in der schönen Hotelanlage keinen Fernseher gibt, auf dem das EM-Endspiel Deutschland gegen Griechenland übertragen wird. Oder ausgerechnet beim Anpfiff des Finales steigt man ins Flugzeug, das einen nach Mallorca bringt – und leider nicht zum Endspiel nach Lissabon.

Zweifelt jemand, dass es so kommen wird? Gut, der Gegner muss nicht Griechenland heißen. Vielleicht wird es Frankreich. Der Europameister scheint seine WM-Krise überwunden zu haben. Beim Einstand ihres neuen Trainers haben die Franzosen sogar ein Tor geschossen und immerhin ein 1:1 gegen Tunesien geschafft. Der Finalgegner könnte auch Italien heißen (0:1 gegen Slowenien). Oder Spanien (1:1 in Ungarn)? Am Ende gar Österreich (2:3 in der Schweiz)? – Kleiner Scherz.

Jeder blamiert sich, so gut er kann. Nur unsere Jungs verlieren nicht einmal, wenn Rudi Völler wie jetzt beim 2:2 in Bulgarien seine C-Mannschaft aufs Feld schickt. Es soll ja immer noch böse Menschen geben, die den Einzug der deutschen Nationalelf ins Finale der Weltmeisterschaft für einen üblen Scherz des Fußballgotts gehalten haben. Von wegen. Der üble Scherz ist, dass wir gegen die zweitklassigen Brasilianer verloren haben. Diese angeblichen Zauberfußballer, die am Mittwoch im eigenen Stadion 0:1 gegen Paraguay verloren haben. Sie wissen schon: Paraguay, die Mannschaft, die so schlechte Fußballer hat, dass deren Torhüter sogar die Freistöße schießen muss. Bei den Brasilianern haben übrigens nur drei Spieler aus dem WM-Finale gefehlt, bei uns ungefähr alle. (Okay, im Falle Oliver Kahn muss das kein Nachteil sein.)

Also, was soll uns schon passieren, auf dem Weg nach Lissabon? Rudi Völler hat sich zwar ein bisschen besorgt geäußert über Litauen, den ersten Gegner in der EM-Qualifikation. Aber keine Angst. 2:4 zu Hause gegen Israel. Und Schottland? Die haben Berti Vogts als Nationaltrainer – und mit ihm fünf von sechs Länderspielen verloren. Gerade erst gegen Dänemark. Von den Schotten droht keine Gefahr. Sorgen machen uns allenfalls die Färöer, die Liechtenstein mit 3:1 deklassiert haben, und Island. Ein 3:0 gegen die Weltmacht Andorra muss man erst einmal schaffen.

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