Sport : Unbekannte Revanche

Albas Basketballer treffen im Spitzenspiel auf Köln

Benedikt Voigt

Berlin - Vom deutschen Basketballfinale 2006 weiß William Avery nur wenig. „Alba war 20 Punkte oder so vorne, und hat dann nach einem Wurf mit der Schlusssirene verloren“, sagt der Aufbauspieler von Alba Berlin. Sein Teamkollege Sharrod Ford hat ihm dieses unangenehme Detail aus dem dritten Finalspiel erzählt, er selber kann es nicht wissen, er spielte zu dieser Zeit bei Panionios Athen in Griechenland. Deshalb sagt er über das heutige Spitzenspiel in der Basketball-Bundesliga gegen Rhein Energie Köln in der Max-Schmeling-Halle (19.30 Uhr, live bei Premiere): „Es ist sicher ein großes Spiel, aber es ist keine Revanche.“

Alba Berlin hat in der letzten Saison die Finalserie gegen Rhein Energie Köln mit 1:3 Siegen verloren. Trotzdem dürften die meisten Berliner Basketballprofis die heutige Bundesligapartie nicht als Revanche empfinden. Von den Akteuren, die heute auf dem Feld stehen werden, haben nur Sharrod Ford und Nenad Canak beim entscheidenden vierten Spiel am 6. Juni 2006 mitgespielt.

Für Alba Berlin geht es trotzdem um mehr, als nur Platz eins in der Bundesliga zu verteidigen. „Wir wollen vor dem Achtelfinalrückspiel im Uleb-Cup bei Real Madrid Schwung bekommen“, sagt William Avery. Zuletzt in der Bundesliga gegen Ulm (73:64) war davon nur im letzten Viertel etwas zu sehen. „Wir haben seit dem Spiel gegen Leverkusen nicht unsere obere Leistungsgrenze erreicht“, sagt Avery. Gegen Ulm musste er wegen einer schmerzhaften Knieverletzung aussetzen, auch heute wird er nicht lange mitmachen können. „Ich werde es versuchen“, sagt Avery, „vielleicht kann ich 10 Minuten spielen.“ Erneut dürfte ihn Johannes Herber auf der Aufbauposition vertreten.

Auf dieser Position hat sich Rhein Energie Köln in dieser Saison geschickt verstärkt. Die Kölner haben sich den ehemaligen Bamberger Demond Mallet geholt, der nicht nur im Aufbau glänzt, sondern mit durchschnittlich 13,6 Punkten auch bester Werfer seiner Mannschaft ist. Neu ist der Forward Devin Green im Team. Die übrigen Kölner Spieler kennen zumindest die Berliner Zuschauer aus dem Finale der letzten Spielzeit.

Einmal hat Alba in dieser Saison bereits gegen Köln 74:75 verloren, im Supercup. „Das war Presaison“, sagt Avery. Er zählt Köln und Ludwigsburg zu den größten Konkurrenten um den Meistertitel. „Bamberg soll auch gefährlich sein“, sagt Avery, „das ist in der Tabelle noch nicht zu sehen, aber das wird mir hier immer erzählt.“ Von der in den vorhergehenden Jahren gewachsenen Berliner Rivalität mit Bamberg kann Avery auch nichts wissen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar