Sport : Unbestechlich und gerecht

Eine Biographie von und mit Schiedsrichter Merk

Mathias Klappenbach

Markus Merk war an der deutschen Meisterschaft des 1. FC Kaiserslautern entscheidend beteiligt. Schließlich hatte er im Training den später legendären Rateruf „Hund, Katze, Maus“ erfunden, mit dessen Hilfe ein Team des Fußballvereins dann in der Fernsehsendung „Die Montagsmaler“ den Titel holte. Das war 1974 und Markus Merk erst zwölf Jahre alt, aber er trainierte auch schon für sich allein. Das mit den Teams war doch nicht so seine Sache. Nebenbei lernte er bereits das Fußball-Regelheft auswendig, anstatt Karl-May-Bücher zu lesen. Im selben Jahr stand der Bub aus der Pfalz zum ersten Mal als offizieller Schiedsrichter auf dem Platz, obwohl das eigentlich erst mit 15 erlaubt war.

Merk ist, wenn es so etwas gibt, der geborene Schiedsrichter. Gerade wurde er zum zweiten Mal zum besten der Welt gewählt. Die Anforderungen dieser komplexen Aufgabe sind gerade auf internationalem Niveau in den vergangenen Jahren stark gestiegen, aber die Grundlage ist stets dieselbe geblieben: Werte wie Unbestechlichkeit und Gerechtigkeit. Sie sind in der detailreichen Biographie des Journalisten Oliver Trust ständig präsent, Markus Merk ist nicht nur wegen eines von ihm gegründeten Hilfswerks in Indien einfach ein guter, in sich ruhender Mensch. Ideale Voraussetzungen, um angemessen damit umzugehen, wenn dir Oliver Kahn gerade fast die Nase abbeißt.

— Oliver Trust/Markus Merk: Bewegend. Bombus Media, 223 Seiten, 17,90 Euro.

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