Sport : Und hinterher wird gefeiert - so oder so

KARSTEN DONECK

Gegen Regensburg stehen die Kreuzberger Badminton-Cracks von Eintracht Südring im Finale um die Deutsche MeisterschaftVON KARSTEN DONECK Berlin. Geschlossene Gesellschaft.Ein Schild mit dieser Aufschrift wird am Sonntag abend im Neuköllner "Ristorante Girasole" nicht geladenen Gästen den Eintritt verwehren.Die drinnen versammelte geschlossene Gesellschaft wird derweil feste feiern.Egal, ob als Sieger oder Verlierer."Alle sprechen schon vom Titelgewinn.Aber wir sollten nicht traurig sein, wenn wir am Ende doch nur Vizemeister werden", rät Rainer Behnisch selbst dann zur Fröhlichkeit beim "finalen" Bankett, wenn in den beiden Endspielen um die Deutsche Badminton-Meisterschaft gegen Fortuna Regensburg am Sonnabend auswärts und am Sonntag daheim (15 Uhr, Horst-Korber-Zentrum) der ganz große Wurf nicht gelingt.Behnisch, beim Finalisten Eintracht Südring Abteilungsvorsitzender, Manager und Coach in Personalunion, ist überzeugt: "Wir haben schon jetzt mehr erreicht, als wir vor der Saison gedacht hätten." Mehr erreicht, sicher.Aber noch nicht alles.Der Titelgewinn mit der Teilnahme an der Europapokal-Endrunde Ende Oktober in Italien oder Island wäre für die Eintracht die Krönung einer glänzend verlaufenen Saison.Zumal der nicht gerade mit einem dicken Bankkonto gesegnete Klub damit auch kräftig Werbung in eigener Sache betreiben würde.Behnisch registriert zwar in Sachen Sponsoring noch keinen Badminton-Boom, stellt aber erfreut fest: "Es zeichnet sich die Tendenz ab, daß für uns durch die Erfolge die Verhandlungen mit möglichen Geldgebern etwas erleichtert werden." Geld tut not.Schon allein deshalb, damit Eintrachts Siegeszug in dieser Saison nicht zur Eintagsfliege verkommt.Von knapp 200 000 Mark auf rund 250 000 Mark wird der Etat zur nächsten Spielzeit steigen.Damit der Gesamtverein bei derartigen Kontobewegungen nicht plötzlich Probleme bei der Anerkennung der Gemeinnützigkeit bekommt, wird sich die Badminton-Abteilung ausgliedern und künftig als eigenständiger "Betrieb" unter dem Namen BC Eintracht Südring antreten.Das Verfahren läuft."Dann können wir auch unsere Reisekosten steuerlich absetzen", sagt Behnisch.Für diesen Posten mußte die Eintracht in dieser Saison stolze 60 000 Mark berappen, nur 13 000 Mark wurden erstattet, "und", so Behnisch, "vielleicht müssen wir davon auch noch einen Teil wieder zurückzahlen". Bei den Verstärkungen der Mannschaft für 1997/98 hält sich Behnisch noch bedeckt.Nur so viel gibt er preis: "Wir haben mit allen Spielern gesprochen, alle würden gerne bei uns bleiben." Alle? Katja Michalowsky und Conrad Hückstädt verlassen die Eintracht, wechseln zum SSV Heiligenwald. Vor dem Finale gegen Regensburg kann auch ein bißchen Aberglaube nicht schaden.So bekam Rainer Behnisch nach dem Training am Montag von Manfred Redlin, einem der älteren Vereisnmitglieder, ein altes Hufeisen überreicht.Ob der Glücksbringer hilft?

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