Sport : Und jetzt Inter

Beim 3:1 in Mainz präsentieren die Bayern sich stark – am Mittwoch geht es gegen Mailand

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Reingekämpft. Bayerns Thomas Müller (Mitte) trifft zum 2:0, der Mainzer Torhüter Heinz Müller (links) und Abwehrspieler Radoslav Zabavnik sind nur zweite Sieger. Foto: dpa
Reingekämpft. Bayerns Thomas Müller (Mitte) trifft zum 2:0, der Mainzer Torhüter Heinz Müller (links) und Abwehrspieler Radoslav...Foto: dpa

Louis van Gaal ging auch beim 3:0 noch aus sich heraus. Der Trainer des FC Bayern München sprang mit geballter Faust vor seiner Bank auf und ab und brüllte seine Freude in die Mainzer Abendluft. Die Anspannung ist offenbar nach wie vor groß in München, der 3:1 (1:0)-Sieg beim FSV Mainz dürfte beim Branchenprimus zumindest für etwas Beruhigung sorgen vor dem Spiel in der Champions League bei Inter Mailand am Mittwoch. Vor 20 300 Zuschauern im Bruchwegstadion siegten die Bayern verdient nach Toren von Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller und Mario Gomez. Sami Allagui traf in der Schlussphase für Mainz. „Es war ein sehr gutes Spiel von unserer Seite“, sagte van Gaal.

Thomas Tuchel hatte Überraschendes angekündigt („Wir werden uns etwas einfallen lassen“) – und tatsächlich bot der Mainzer Trainer zwei zumindest unerwartete Änderungen in der Startelf auf: Stürmer Petar Sliskovic, 19 Jahre alt, und Innenverteidiger Jan Kirchhoff, 21 Jahre jung. Und dass die Außenverteidiger Christian Fuchs (rechts) und Radoslav Zabavnik (links) bis zur 20. Minute seitenverkehrt abwehrten, hatte man auch noch nicht gesehen. Den Bayern machte das alles aber nichts aus, der Favorit setzte die Mainzer von Beginn an unter starken Druck. Ganz anders als in der Hinrunde, als die Münchner zu Hause 1:2 verloren hatten – und das auch noch zur Zeit der Wies’n Ende November.

Damals mussten die Bayern ohne Franck Ribéry und Arjen Robben auskommen. Nun waren die beiden wieder dabei, und Nationalspieler Thomas Müller ist zudem auf dem Weg zurück zu seiner Bestform. Gegen diese offensive Klasse waren die Mainzer permanent beschäftigt. „Wenn man die vier da vorne sieht…“, sagte der Mainzer Manager Christian Heidel und brauchte seinen Satz gar nicht zu vollenden.

Nach neun Minuten hatte Schweinsteiger per Kopf zum 1:0 getroffen, in Vorleistung waren Ribéry und Robben gegangen. Und bereits 60 Sekunden später hatte Müller die Chance zum 2:0, ließ sie aber ungenutzt. Die Bayern hatten alles im Griff, da brauchte es schon einen Fehler von Holger Badstuber, um 05-Stürmer André Schürrle nach gut zwanzig Minuten aussichtsreich in Position zu bringen. Kurze Zeit später hatte der künftige Leverkusener das 1:1 auf dem Fuß. Es war die beste Phase der Mainzer, sie waren bis zur Pause dem Ausgleich nahe mit weiteren Möglichkeiten von Schürrle (30., 42.) und Allagui (32.). Was dem Team aber in der Rückrunde abgeht, ist die Effizienz bei der Chancenverwertung. Und gegen die abgezockte Souveränität, individuelle Klasse und Ballsicherheit der Bayern in weiten Teilen des Spiels waren die Mainzer letztlich machtlos.

In der 50. Minute sorgte Müller mit dem 2:0 für die Entscheidung, ihre letzte Hoffnung mussten die Mainzer nach dem 3:0 von Gomez aufgeben. Es war das 18. Saisontor des Nationalstürmers. Die Mainzer waren zwar danach auch weiterhin gut im Spiel, und immerhin gelang dem auffälligsten Mainzer Profi Allagui auch noch das 1:3 – gut fünf Minuten vor dem Ende kam das natürlich zu spät. Lediglich einen Sieg feierte Mainz bislang in der Rückrunde (in Kaiserslautern) - eine Krise sieht Manager Heidel aber trotzdem nicht: „Es kommen auch wieder andere Phasen.“

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