Sport : Und jetzt Mannheim

Eisbären sind nach 6:9 in Iserlohn heute gefordert

Claus Vetter

Berlin - 6:9 – eine Zahlenkombination, die nicht auf ein Ergebnis einer Partie der Deutschen Eishockey-Liga schließen lässt, fallen dort doch nur um die fünf Tore pro Spiel. Die Zahl 15 lässt die Vermutung zu, dass sich zwei defenisvschwache Teams gegenüberstanden. Oder auch, wie Pierre Pagé findet, dass „ein Spiel ohne Organisation, ohne System und ohne Tempo“ stattgefunden hat. „Eines der schlechtesten Eishockeyspiele, die ich je gesehen habe“, hat der Trainer der Eisbären am Sonntag in Iserlohn verfolgt, zu seinem Leidwesen. Denn die Berliner unterlagen nach undisziplinierter Darbietung den Iserlohn Roosters 6:9.

Neun Gegentore gegen eine Mannschaft, die kaum die Play-offs erreichen dürfte? Pagé ist da ein wenig ratlos. „Wir haben bei unseren Heimsiegen gegen Mannheim und Köln überzeugt. Offenbar so sehr, dass mancher Spieler den Blick für die Realität verloren hat und nicht mehr kritisch genug mit seiner Leistung umgeht. Nun muss ich Härte zeigen, für Iserlohn trage ich die Verantwortung.“ Tatsächlich wirkte manche Aktion seiner Spieler am Sonntag unmotiviert. So etwa Daniar Dschunussows Abwehrversuch, der das 4:8 einleitete: Der Berliner Torhüter, im dritten Drittel für Youri Ziffzer eingewechselt, versuchte lässig den Puck wegzuschlenzen, traf aber den Iserlohner Adams, und von dessen Körper prallte der Puck ins Berliner Tor. Dschunussow wurde ausgewechselt – nach nur 192 Sekunden Einsatzzeit. Pagés Erklärung: „Ich wollte nicht, dass ich zwei Torhüter mit Problemen habe. Ziffzer hatte sowieso schon die Nase voll.“

Somit wird wohl Dschunussow heute beim ersten Auftritt der Berliner in der 14 000 Zuschauer fassenden neuen Mannheimer Arena im Tor stehen. Einfacher als in Iserlohn wird es für die Eisbären bei den Adlern sicher nicht. Pagé hofft allerdings, „dass wir in Iserlohn genug dazugelernt haben“. Ansonsten könnte der gute Saisonstart der Eisbären auch schnell in Vergessenheit geraten.

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