Sport : Und noch ein Talent geht

Ngankam-Hontcheu wechselt nach Nürnberg.

Stefan Bröhl

Berlin - Herthas Jugendabteilung verliert das nächste große Talent. Roussel Ngankam-Hontcheu wechselt von der U 19 ablösefrei zum 1. FC Nürnberg. Dort erhält der Stürmer einen Profivertrag bis zum 30. Juni 2015. „Wir hatten Roussel schon länger beobachtet“, sagte Nürnbergs Trainer Dieter Hecking. Ein Grund für Ngankams Verpflichtung waren unter anderem seine Auftritte in den Nachwuchsteams des DFB. „Wir verfolgen seit langem die Spiele der Jugend-Auswahlmannschaften des DFB, um Ausschau nach Talenten zu halten, die wir im eigenen Nachwuchsleistungszentrum noch nicht entdeckt haben“, sagte Hecking. Ngankam zählt seit der U 15 zum Kreis der deutschen Nachwuchs-Nationalspieler. Er soll die komplette Vorbereitung mit der ersten Mannschaft des 1. FC Nürnberg bestreiten.

Lutz Kirchhof, Vorsitzender von Herthas Fußball-Amateurabteilung, hatte zu der Situation der Jugendspieler vor kurzem im Tagesspiegel Stellung bezogen: „Man hat lange Zeit nicht mehr mit den Spielern gesprochen. Nach dem Motto: Reisende soll man nicht aufhalten. Das Schlimme ist, dass wahrscheinlich viele Spieler geblieben wären, wenn man mit ihnen gesprochen hätte.“ Michael Preetz entgegnete: Keiner der abgewanderten Spieler kommt für die nächste Saison für die Profis in Frage. Die Abgänge „beunruhigen mich daher nicht“.

Der VfB Stuttgart hat vor kurzem mit Jerome Kiesewetter ebenfalls einen hochveranlagten Spieler aus Herthas U 19 unter Vertrag genommen. Ngankam und Kiesewetter sind aber nicht die einzigen talentierten Spieler. Der aktuelle Jahrgang der A-Junioren ist sehr gut besetzt. Hertha stand im DFB-Pokalfinale der A-Junioren gegen den SC Freiburg (1:2), gewann das Berliner Pokalfinale gegen Tennis Borussia Berlin (2:1) und steht in der DFB-Meisterschaftsendrunde im Halbfinale gegen den FC Bayern München. Viel mehr kann eine Mannschaft in einer Saison nicht erreichen. Honoriert wird all das anscheinend nicht. Stefan Bröhl

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