Sport : Und noch ein Titel

Formel 1: Vettel siegt, Red Bull holt Team-WM

Karin Sturm[Yeongam]
Schmerzt der Finger schon? Bereits zum zehnten Mal in dieser Saison zeigte Vettel seine Siegergeste. Foto: dapd
Schmerzt der Finger schon? Bereits zum zehnten Mal in dieser Saison zeigte Vettel seine Siegergeste. Foto: dapdFoto: dapd

Sebastian Vettel kommt aus dem Feiern gar nicht mehr heraus. Innerhalb einer Woche gewann der Formel-1-Weltmeister den zweite WM-Titel, diesmal den der Konstrukteure für sein Red-Bull-Team. Vettel hatte das mit seinem zehnten Saisonsieg in Südkorea, vor Lewis Hamilton im McLaren und seinem Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber, fast im Alleingang bewerkstelligt. Auf der Ziellinie stieß der Heppenheimer Begeisterungsrufe aus und trieb seinem Teamchef Christian Horner Tränen der Freude in die Augen.

Die Freude bei Vettel schien fast noch intensiver zu sein als bei seinem eigenen Titelgewinn letzten Sonntag in Japan, weil es diesmal eben auch einen Sieg zu feiern gab. „Es ist immer etwas Besonderes, ein Rennen zu gewinnen, das ist nie leicht“, sagte Vettel, der gleich in der ersten Runde Lewis Hamilton überholte und die Führung nicht mehr abgab. „Und damit dann auch den Sack in der Konstrukteurs-WM zuzumachen, ist auch für das Team etwas ganz Besonderes.“

Lange Zeit zum Feiern hatte Vettel allerdings auch diesmal wieder nicht. Denn er musste von der Strecke weg nach dem obligatorischen Teamfoto schnellstens zum Flughafen – noch am Abend stand der Heimflug in die Schweiz an. Am Mittwoch hat er seinen ersten großen Auftritt als zweimaliger Titelträger im Red-Bull-Werk in England, wo eine große öffentliche Show steigen soll, und am Samstag geht es dann in seiner Heimatstadt Heppenheim mit der großen Weltmeisterparty weiter. „Da freue ich mich schon drauf“, sagte Vettel. „Ich hoffe, dass viele Leute kommen, der Bär steppt, die Sonne scheint und es ein toller Tag wird.“ Auch sein euphorischer Teamchef Horner sprach nach dem Triumph von einem „phänomenalen Tag für das Team. Dass wir den Konstrukteurstitel verteidigen konnten, ist etwas Besonderes für Red Bull und Dietrich Mateschitz, der vor sechs Jahren eine Vision hatte.“

Wie hart man beim Weltmeisterteam daran arbeitet, die derzeitige Überlegenheit auch für die Zukunft zu bewahren, zeigte das Schicksal von Adrian Newey. Der Technikchef, dem Red Bull einen großen Teil des Erfolgs verdankt, durfte in Yeongam nicht mitfeiern. Newey war stattdessen in England geblieben, um bereits am Auto für 2012 zu arbeiten. „Die kommenden Rennen sind gleichzeitig unsere einzigen Testmöglichkeiten bis zum Debüt des neuen Autos“, mahnte Horner gleich nach dem Titelgewinn. „Daraus müssen wir das Beste machen.“

Auch anderswo wird sich in den verbleibenden drei Saisonrennen nicht ausgeruht. Mercedes etwa kämpft immer noch um den Anschluss an die Spitze. In Südkorea holte Nico Rosberg als Achter noch vier Punkte, während Michael Schumacher Pech hatte, als ihm Witali Petrow im Lotus-Renault ins Auto krachte. Obwohl Petrow dafür beim nächsten Rennen um fünf Startplätze zurückversetzt wurde, war ihm der Kerpener nicht allzu böse. „Das sind Situationen, die im Motorsport vorkommen können“, sagte Schumacher. „Und fairerweise muss ich sagen, dass ich in diesem Jahr bereits zwei Zwischenfälle mit Witali hatte, die auf meine Kappe gingen. Trotzdem schade, Punkte wären drin gewesen.“ Danach richtete auch Schumacher schon die Augen auf die nächste Saison. Mit Blick auf die Feierlichkeiten von Red Bull erklärte er: „Da wollen wir auch hin. Dafür arbeiten wir hart, und es ist nur eine Frage der Zeit.“

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