Sport : Und raus bist du

Fußball-Zweitligist 1. FC Union will Regisseur Kostadin Widolow loswerden – er ist zu teuer

Karsten Doneck

Berlin. Er ist nach Bulgarien gereist. Im Kreis der Familie hat er Weihnachten gefeiert und wird auch über Silvester dort bleiben. Aber: Kostadin Widolow besitzt ein Rückflugticket. Anfang Januar wird der Fußballprofi in Berlin zurückerwartet. Bei seinem Arbeitgeber, dem 1. FC Union, rechnet zwar niemand damit, dass Widolow noch einmal seine Fußballschuhe an der Alten Försterei schnüren wird, aber er muss in Berlin ein paar persönliche Dinge regeln: die Wohnung auflösen, sein Auto abholen und anderes mehr. „Er wird nicht mehr mittrainieren“, sagt Lars Töffling, Unions Pressesprecher. Das klingt endgültig.

Jedoch hat Widolow den ihm vorliegenden Auflösungsvertrag noch nicht unterschrieben. Der 33-Jährige bat bereits im November um die Freigabe aus seinem bis zum Juni 2004 laufenden Vertrag. Union möchte den Regisseur loswerden, weniger aus sportlichen Gründen als vielmehr aus finanziellen Überlegungen heraus. Widolow ist bei Union mit rund 10000 Euro Monatsgehalt der Topverdiener. Der Klub, ohnehin knapp bei Kasse, würde also bis Saisonende rund 60000 Euro allein an Gehalt einsparen, mit Prämienzahlungen sogar bis zu 80000 Euro. Eine Summe, die zum Großteil gleich wieder investiert werden soll: in frische Kräfte. Drei Spieler sind schriftlich zum Probetraining am 5. Januar eingeladen worden. „Alles Ausländer, es sind keine großen Namen dabei“, sagt Töffling. Einer von den dreien ist Umberto Romano, ein 30-jähriger Abwehrspieler vom Schweizer Erstligisten FC Wil.

Dass letzte Details bei der Vertragsauflösung mit Widolow noch nicht geklärt sind, liegt – wie so oft – am Geld. Union würde auf eine Ablösesumme verzichten, wenn Widolow, wie vermutet wird, gleich nach seinem Abschied aus Köpenick bei Lewski Sofia anheuern sollte. Der Klub schreibt auch weitgehend die Einmalzahlung ab, die der Profi vor der Saison vom Verein erhalten hat. Union will aber als Gegenleistung für derlei Großzügigkeit das noch nicht bezahlte Dezember-Gehalt des Spielers einbehalten. Dagegen wehrt sich Widolow.

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