Sport : Und sie können es doch

Mit einer starken Leistung überrollt der 1. FC Union den SC Paderborn. Der erste Saisonsieg versöhnt die Fans nach der Blamage im Pokal

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Voller Körpereinsatz. Torsten Mattuschka (v.) geht mit gutem Beispiel voran. Foto: dpa
Voller Körpereinsatz. Torsten Mattuschka (v.) geht mit gutem Beispiel voran. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Normalerweise kann die Fans des 1. FC Union so schnell nichts aus der Ruhe bringen. Die peinliche Pokalniederlage ihrer Mannschaft gegen den Viertligisten Rot-Weiss Essen am vergangenen Wochenende war dann aber selbst für die Allertreuesten unter ihnen zuviel. Und so hissten die Anhänger vor dem Spiel gegen den SC Paderborn ein Plakat: „Unzufrieden“ stand dort in gut lesbaren Lettern. Die Botschaft kam an. In der Folge zeigte der 1. FC Union seine bisher beste Saisonleistung und überrollte die Gäste vom SC Paderborn beim 3:0 (1:0) förmlich. Es ist der erst Saisonsieg der Berliner.

Vor 13 378 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei begann Union druckvoll. Bereits nach zwei Minuten musste sich Paderborns Torhüter Lukas Kruse mächtig strecken, um einen gefühlvollen Heber von Torsten Mattuschka noch zu erreichen. Wenige Augenblicke später war Kruse aber ohne Abwehrchance. Einen von Mattuschka getretenen Eckball wuchtete Unions 1,97 Meter großer Innenverteidiger Christian Stuff über die Torlinie. „Wir haben genau zum richtigen Zeitpunkt die Führung erzielt“, sagte Unions Trainer Uwe Neuhaus. „Für die Gemütsverfassung der Spieler war das ganz wichtig.“ Stuffs Tor gab seinen Mitspielern in der Tat viel Sicherheit. Der ganz starke Mattuschka scheiterte nur kurze Zeit später mit einem Schuss aus der Distanz.

Vom SC Paderborn war im ganzen Spiel kaum etwas zu sehen. Vor einer Woche hatten die Gäste im DFB-Pokal gegen Ahlen noch zehn Treffer erzielt, doch gegen Union wollte ihnen in der Offensive überhaupt nichts gelingen. Und so war es hauptsächlich die tief stehende Abendsonne, die Unions Torhüter Kilian Pruschke den Schweiß auf die Stirn trieb. Der 18-Jährige kam am Freitag zu seinem ersten Einsatz in der Zweiten Liga, weil sich Unions etatmäßige Torhüter Marcel Höttecke und Jan Glinker unter der Woche beim Sprinttraining verletzt hatten.

Neben Pruschke rückten noch Christoph Menz und Michael Parensen im Vergleich zum Pokalspiel in Essen in die Startformation. Marc Pfertzel und Patrick Zoundi mussten dafür draußen bleiben. Für Parensen war es der erste Einsatz seit dem 3. April gegen Oberhausen. Lange Zeit hatte sich der quirlige Mittelfeldspieler mit Knieproblemen geplagt, nun scheint er wieder fit zu sein. Er zeigte gleich, wie wichtig er für Union ist. Parensen bot in der ersten Halbzeit eine starke Leistung. Immer anspielbereit, war er an vielen guten Aktionen beteiligt und sorgte auf der linken Seite im Zusammenspiel mit Patrick Kohlmann für Druck. Kohlmann hatte wenige Stunden zuvor seinen Vertrag beim 1. FC Union um ein Jahr bis zum 30.6.2014 verlängert.

Nach einer Stunde wurde Parensen dann völlig entkräftet gegen Chinedu Ede ausgewechselt. Parensen hatte gerade auf der Bank Platz genommen, da spielte Markus Karl einen herrlichen Pass direkt in den Lauf von Christopher Quiring, der problemlos zum 2:0 einschob. Als Quiring nur zwei Minuten später per Abstauber das 3:0 erzielte, war das Spiel entschieden. Und Unions Fans wieder versöhnt. Das Plakat hatten sie längst eingerollt.

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