Sport : …und siegt und siegt und siegt

Michael Schumacher gewinnt auch das Rennen in Barcelona

Karin Sturm

Barcelona. Er sah ganz einfach aus, dieser fünfte Sieg von Michael Schumacher in Serie, sein 75. überhaupt, der sechste in Barcelona, im 200. Grand Prix seiner Karriere. Wie die übliche Routine der letzten Rennen, Schumacher gewann souverän, ohne die geringsten Probleme, dachten die Fans, als der Weltmeister diesmal schon vor der Zieldurchfahrt in die Zuschauer winkte. Doch weit gefehlt – was so klar, deutlich und überlegen aussah, war diesmal ein Zitterspiel: „Wir hatten einen Defekt am Auspuff, schon ziemlich früh im Rennen, und ich habe eigentlich nicht damit gerechnet, hier überhaupt ins Ziel zu kommen,“ sagte Schumacher.

„Man muss sich vorstellen, dass da hinten Temperaturen von über 1000 Grad herrschen, normalerweise geht irgendwann irgendwas kaputt und man bleibt stehen.“ Auch die Teamleitung in der Box hatte keine beruhigenden Nachrichten für Schumacher, „die hatte auch Zweifel, dass ich diesmal ankomme. Ich habe versucht, so ruhig wie möglich zu fahren, um das Auto zu schonen. Irgendwie hat mich das ein bisschen an das Rennen hier 1994 erinnert, als ich sehr lange nur im fünften Gang fahren konnte. Meine Nerven hat das nicht gerade geschont.“

Trotzdem blieb der Sieg ungefährdet, Teamkollege Rubens Barrichello sicherte sich mit einer anderen Strategie – nur zwei Boxenstopps – Platz zwei vor Jarno Trulli im Renault. Ein weiterer Beweis für die in diesem Jahr unglaublich große Überlegenheit von Ferrari. „Es fällt uns in diesem Jahr sehr leicht, unter den unterschiedlichsten Bedingungen immer wieder das Optimale aus dem Auto herauszuholen. Im letzten Jahr ist uns das nicht so gelungen, warum, das wissen wir ehrlich gesagt selbst nicht so genau“, sagte Schumacher.

Sichtbare Aufregung und Spannung hatte es in Barcelona eigentlich nur kurz vor und kurz nach dem Start gegeben. Zunächst ungewollt, als mal wieder ein Wirrkopf die weltweite Reichweite einer Grand-Prix-Übertragung nutzen wollte und mit einem – falsch herum gehaltenen Transparent – über die Start-Ziel-Gerade rannte. Die Streckenposten konnten ihn aber gerade noch abdrängen und einfangen, ehe das Feld aus der Einführungsrunde wieder nahte.

Und dann war es nicht etwa das erwartete Duell Schumacher gegen Montoya, das in der ersten Kurve für Spannung sorgte. Der Renault-Pilot Jarno Trulli schaffte es mit einem Traumstart aus der zweiten Reihe, sich neben Schumacher zu setzen und dann sogar das Duell um die Führung zu gewinnen. „Ich habe ihn kommen sehen, er war schon neben mir und hatte einen ziemlichen Geschwindigkeitsüberschuss“, sagte Schumacher. „Einen Moment lang habe ich überlegt, ob ich ihm jetzt knallhart die Tür zuschmeißen soll, aber das wäre doch brutal und sehr unfair gewesen, also bin ich geblieben, wo ich war und habe versucht, das Beste aus der Situation zu machen.“ Nach den ersten Boxenstopps war er dann an dem Italiener vorbei – und damit das Rennen gelaufen.

Wenn Schumacher, Ferrari – und Reifenhersteller Bridgestone, dessen wichtige Rolle manchmal vergessen wird – selbst mit angeschlagenem Auto so dominieren, bleibt der Konkurrenz eigentlich nur noch übrig, ratlos mit dem Kopf zu schütteln: „Barcelona ist einfach eine Strecke, die die Stärken und Schwächen eines Autos gnadenlos aufzeigt – und das hat man genau gemerkt“, mussten die Verantwortlichen bei BMW-Williams und McLaren-Mercedes eingestehen. Beiden Teams fehlte es an Speed, sodass nur mittlere bis hintere Plätze blieben. Juan Pablo Montoya schied sogar mit einem Bremsdefekt aus.

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