Sport : Und was mache ich jetzt?

Worauf sich Athleten nach Olympia vorbereiten

Die Sportler kehren nun aus Peking nach Hause zurück, viele setzen sich neue Ziele. Eine Umfrage von Friedhard Teuffel und Benedikt Voigt.

Danny Ecker, Stabhochspringer

Vater werden

„Für mich geht erst einmal die Saison weiter. Denn jetzt stehen noch einige Schauwettkämpfe an. Bei denen kann man ein bisschen Geld verdienen. Da mache ich jetzt keine Pause, obwohl ich mit einigen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, vor allem in der Olympiavorbereitung an der Achillessehne. Aber es gibt noch etwas: In zehn Tagen wird meine zweite Tochter geboren.“

André Niklaus, Zehnkämpfer

Form aufbauen

„Mit Kollegen werde ich eine traditionelle Regeneration machen. Dafür fahren wir Ende September in den Schwarzwald zu Siggi Wentz, der war ja früher selbst erfolgreicher Zehnkämpfer. Große Wettkämpfe habe ich nicht geplant. Ich werde im Oktober anfangen, meine Form aufzubauen, dann beginnt für mich schon die Vorbereitung auf die Leichtathletik-WM in meiner Heimatstadt Berlin.“

Lena Schöneborn, Fünfkämpferin

Praktikum

„Erst einmal werde ich noch richtig feiern. Wir haben ja eine Regelung beim Modernen Fünfkampf, dass wir bis zum 27. August keinen Alkohol trinken dürfen. Als Wettkämpfe stehen noch die deutsche Meisterschaft und das Worldcup-Finale auf dem Programm. Außerdem beginne ich ein halbjähriges Praktikum in der Agentur von Christian Schenk, dem früheren Zehnkampf-Olympiasieger.“

Alexander Grimm, Slalomkanute

Studium

„Wir fliegen am Montag nach Hause, dann gibt es erst mal einen Empfang in München, am nächsten Tag ist ein großer Empfang auf dem Rathausplatz in meiner Heimatstadt Augsburg, dort trage ich mich auch ins Goldene Buch der Stadt ein. Ich freue mich auf zu Hause, der Trubel ist schon ganz schön viel geworden. Ich fange im Oktober mit einem Maschinenbaustudium an der FH in Augsburg an, ich habe im vergangenen Jahr ein Fernstudium gemacht. Aber die Professoren sind auf Spitzensport eingestellt, mit denen setze ich mich im Vorfeld zusammen und überlege, wie das Ganze aussehen wird. 2012 werden sicher meine letzten Spiele, ich bin jetzt Goldmedaillengewinner mit 21 Jahren. Im Oktober werde ich wieder mit dem Training anfangen, aber ich werde sicher auch vorher ins Boot steigen. Es macht zu viel Spaß, und ich wohne viel zu nah am Eiskanal: fünf Minuten mit dem Fahrrad.“

Matthias Steiner, Gewichtheber

Einen Manager suchen

„Am Montag fliege ich als Erstes nach Hamburg zu einer Gala, dann geht’s nach Chemnitz zu einer Ehrung, am übernächsten Tag treffe ich mich mit dem Verkehrsminister für eine Kampagne, dann wird gedreht, am Freitag sitze ich bei Barbara Schöneberger. Ich weiß natürlich, dass es in dem Maß nicht weitergeht, das ist klar, aber ich nehme jetzt so viel wie möglich mit. Und dann bin ich auf der Suche nach einem Manager; nach meinem Olympiasieg haben sich auch einige Manager bei meinem Trainer gemeldet. Ich werde auch in den Klub der Besten in den Urlaub fahren, ich hoffe es wird auch Urlaub. Und dann heißt es trainieren – bis London 2012.“

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