Sport : Und wieder die Lichtmaschine

Bei Hamiltons souveränem Sieg in Monza scheidet Vettel wegen eines technischen Defekts aus.

Karin Sturm[Monza]
Hinten anstellen, bitte! Lewis Hamilton fährt voran und lässt beim Großen Preis von Italien keinen mehr passieren. Foto: AFP
Hinten anstellen, bitte! Lewis Hamilton fährt voran und lässt beim Großen Preis von Italien keinen mehr passieren. Foto: AFPFoto: AFP

Sebastian Vettels Hoffnungen auf einen dritten WM-Titel in Serie in der Formel 1 haben beim Großen Preis von Italien in Monza schweren Schaden erlitten. Erst war der Heppenheimer mit einem Lichtmaschinen-Defekt an seinem Red Bull fünf Runden vor Schluss an sechster Stelle liegend ausgeschieden, dann schafften es seine größten Rivalen im Kampf um den WM-Titel auch noch auf das Podest. Lewis Hamilton im McLaren gewann souverän, auch Lokalmatador Fernando Alonso im Ferrari holte als Dritter wichtige Punkte. Zwischen diese beiden hatte sich überraschend der Mexikaner Sergio Perez im Sauber geschoben.

„Es war das gleiche Problem, das wir schon am Samstag im Training hatten“, sagte Vettel sichtlich geknickt. Nach dem zweiten Ausfall wegen einer defekten Lichtmaschine schimpfte Red-Bull-Motorsportdirektor Helmut Marko: „Wir sind ein Opfer von Renault! Heute früh hat uns Renault noch gesagt, wir sollten eine Lichtmaschine aus der alten Serie nehmen, denn die neue Serie hätte wohl ein Problem.“

Zwischenzeitlich hatte eine Boxendurchfahrt, die er als Strafe erhalten hatte, Vettel zusätzlich zurückgeworfen. Vettel wurde sanktioniert, weil er Alonso bei einem Überholversuch des Spaniers angeblich von der Strecke gedrängt hatte. 2011 hatte es an der gleichen Stelle eine ähnliche Aktion mit umgekehrten Vorzeichen gegeben. Damals war es Alonso, der Vettel sehr wenig Platz gelassen hatte. Konsequenzen damals? Keine. Diesmal beschwerte sich Alonso über Funk und bekam recht. „Vielleicht hätte ich mich damals auch beschweren müssen“, sagte Vettel.

Alonso, der nach einem Defekt im Qualifying von Platz zehn gestartet war und dennoch Dritter wurde, stichelte auch nach dem Rennen gegen Vettel. Auf die Anmerkung, er habe am Ende keinen Schaden gehabt, weil er kurz darauf ohnehin an seinem Kontrahenten vorbeigekommen war, meinte der Spanier schnippisch: „Aber dem Auto tut es nicht gut, wenn man bei Tempo 300 in die Wiese muss. Da ist garantiert nicht mehr alles so, wie es sein sollte.“

Und wo lag der Unterschied zum Vorfall im vergangenen Jahr? „Da müsst ihr euch doch nur die Fernsehbilder anschauen“, antwortete Alonso. „Der Unterschied ist die Strafe. Das zeigt doch, dass die Leute, die etwas davon verstehen, wissen, dass es damals anders war als in diesem Jahr.“

Doch angesichts der grandiosen Siegfahrt von Hamilton geriet der Streit zwischen Vettel und Alonso zur Nebensache. Der Brite liegt jetzt mit 37 Punkten Rückstand in der WM-Wertung hinter Alonso auf Platz zwei. Dahinter folgt mit einem weiteren Punkt Abstand Kimi Räikkönen. Hamilton konnte im Überschwang des Sieges großzügig sein und alle und alles loben: „Es ist fantastisch, hier zu gewinnen. Ihr seid das beste Publikum“, sagte er zu den Fans. Und: „Ich freue mich auch für das Team. Ja, ich habe in der WM-Wertung aufgeholt, aber er ist der Champion“, sagte der Brite und deutete er auf den neben ihm stehenden Alonso. „Unglaublich, was er leistet!“

Für Mercedes war es mit den Rängen sechs und sieben für Michael Schumacher und Nico Rosberg ein recht erfolgreiches Wochenende. „Das war nach dem letzten Rennen in Spa ganz klar ein Aufwärtstrend“, sagte Schumacher. „Ich hoffe, dass es jetzt in dieser Richtung weitergeht. Das Rennen hat Spaß gemacht. Dadurch, dass wir mit zwei Stopps gefahren sind, war das Reifenproblem heute nicht so groß.“ Rosberg ärgerte sich über seinen ersten Reifensatz: „Der ging im Qualifying schon nicht richtig. Und heute war das die absolute Katastrophe. Ich habe damit am Anfang ja massiv an Boden verloren. Ohne dieses Problem wäre wohl noch mehr möglich gewesen.“

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