Sport : Undankbares Comeback

Mit Rückkehrer Philipp Petzschner treffen die deutschen Tennisspieler im Davis-Cup auf Kroatien

Zu zweit ist man weniger allein. Petzschner hofft auf einen Einsatz im Doppel. Foto: AFP
Zu zweit ist man weniger allein. Petzschner hofft auf einen Einsatz im Doppel. Foto: AFPFoto: AFP

Zagreb - Schlimmer hätte es für die deutsche Tennis-Auswahl kaum kommen können: Mit dem Erstrundenspiel in Kroatien erhielt das deutsche Davis-Cup-Team nach dem geschafften Klassenerhalt ein sehr undankbarers Los. „Das wird auf jeden Fall eine Stimmung, die wir so nicht gewohnt sind. Es ist schon sehr laut. Ich hoffe, dass es nicht unfair wird“, sagt Davis-Cup-Rückkehrer Philipp Petzschner vor dem Auftakt in Zagreb an diesem Freitag (13 Uhr, live bei Sport1).

Der 26-jährige Petzschner hat bereits erlebt, wie temperamentvoll die kroatischen Fans mitgehen. Beim bislang letzten Gastspiel vor neun Jahren gab es an gleicher Stelle ein 1:4 für Rainer Schüttler, Nicolas Kiefer sowie das Doppel Michael Kohlmann und David Prinosil. Das damalige Talent Petzschner war während der kurzen Amtszeit von Kapitän Michael Stich als Sparringspartner dabei und erlebte trotz der Führung durch Schüttler, wie Ivan Ljubicic und der inzwischen nicht mehr aktive Wimbledonsieger Goran Ivanisevic danach keinen Satz mehr abgaben.

Diesmal spielen Marin Cilic, Ivo Karlovic und Ivan Dodig für Kroatien, Routinier Ljubicic ist am Fuß verletzt. „Das ist natürlich ein Vorteil für uns. Wir sind mit der nominell besten Mannschaft hier“, sagt Petzschner, der erst dreimal im Davis-Cup dabei war. Gegen die Kroaten werden wohl Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer die Einzel bestreiten, Petzschner rechnet zumindest mit einem Doppel-Einsatz an der Seite seines langjährigen Partners Christopher Kas.

Vor einem Jahr hatte die deutsche Mannschaft in der ersten Runde 1:4 in Frankreich verloren – ohne Petzschner, der sich auf seine persönliche Karriere konzentrieren wollte. Er hätte auch gar nicht nominiert werden können, weil er die Athletenvereinbarung des Deutschen Tennis Bundes nicht unterschrieben hatte und bei Dopingkontrollen damit nicht zum nationalen Testpool gehörte. Als Top-50-Spieler im Einzel unterlag er dann den Anforderungen der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada). Petzschner sieht sich durch seine erfolgreiche Saison in seiner Entscheidung bestätigt. „Das war der Verlauf nach oben, wie ich ihn mir vorgestellt habe“, sagt Petzschner, der es im Einzel unter die ersten 40 schaffte, ehe ihn Verletzungen stoppten. Die Kritik hat Petzschner verletzt. „Das war eine herbe Enttäuschung. Ich habe mir nichts vorzuwerfen, ich habe gegen nichts verstoßen“, sagt der Franke, will aber nicht nachtragend sein: „Ich bin nicht der, der draufhaut.“ dpa

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