Sport : Unerlaubter Ausflug Union sucht 26 Stunden lang nach Ferdinand Chifon

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Von Karsten Doneck

Schneverdingen. Der 1. FC Union ging auf Stürmersuche. Für rund 26 Stunden. Dann war die Sache erledigt. Allerdings konnte der Zweitligist am Ende der Suche keinen neuen Torjäger präsentieren, sondern war heilfroh, dass der ohnehin schon unter Vertrag stehende Stürmer Ferdinand Chifon wieder aufgetaucht war. Der Kameruner hatte sich am Sonntag unerlaubt aus dem Trainingslager in Schneverdingen entfernt.

Zwei weibliche Union-Fans sollen ihn nach Berlin mitgenommen haben, dort verlor sich seine Spur für etliche Stunden. „Sein Mobiltelefon ist abgeschaltet, in seiner Wohnung ist er nicht, und sein Auto ist auch weg“, sagte Pressesprecher Lars Töffling noch gestern Mittag. Gegen 14 Uhr stand Chifon dann aber vor der Praxis von Unions Mannschaftsarzt Thorsten Dolla in der Charlottenburger Heerstraße. Dolla soll daraufhin Unions Geschäftsstelle vom Wiederauftauchen Chifons informiert haben.

Union wird Chifon eine Abmahnung schicken, zudem wird eine Geldstrafe verhängt. „Wir lassen uns nicht auf der Nase herumtanzen“, sagte Vizepräsident Bernd Hofmann. „Das ist kein Kavaliersdelikt. Im Wiederholungsfall droht ihm die Kündigung des Arbeitsverhältnisses.“ Chifon war schon einmal aus dem Trainingslager abgehauen, als er bei Union zur Probe vorspielte und sich nach einem Gespräch mit Präsident Heiner Bertram nicht ernst genommen fühlte.

Der Torjäger, der unlängst einen Einjahresvertrag bei Union unterzeichnete, hatte am Sonntagmittag in Schneverdingen seine Sachen gepackt und war abgehauen, ohne auch nur ein Wort zu Trainer Georgi Wassilew zu sagen. Chifon, ein intelligenter und hochsensibler Fußballprofi, fühlt mitunter sich und seine Leistungen vom strengen Wassilew nicht so richtig gewürdigt. Zudem plagen ihn seit geraumer Zeit Rückenbeschwerden. Union hat zwar mit Martin Bauer einen Arzt im Trainingslager, doch Chifon wollte sich lieber bei Thorsten Dolla, seinem Vertrauensarzt, durchchecken lassen. Ob ihn nun die Probleme mit dem Trainer oder die Rückenbeschwerden aus dem Mannschaftshotel trieben, ist ungeklärt.

In der Praxis von Thorsten Dolla ließ sich Chifon rund drei Stunden lang durchchecken. Unter anderem wurde eine Kernspintomographie der schmerzenden Körperpartien gemacht. „Verspannungen im gesamten Bereich der Rückenmuskulatur“, diagnostizierte der Arzt. Anschließend steckte er telephonisch mit Trainer Wassilew und Physiotherapeut Jörg Blüthmann Chifons künftige Belastbarkeit ab. Um 23.18 Uhr sollte Chifon dann mit der Bahn wieder in Schneverdingen eintreffen.

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