Ungarn-GP : Krimi mit erwartetem Ende

Fernando Alonso gelingt es nicht, seinen Teamkollegen Hamilton am Formel-1-Sieg beim Großen Preis von Ungarn zu hindern.

Christian Hönicke[Budapest]
Hamilton
Am Ziel: Nach einem turbulenten Wochenende beendet Lewis Hamilton seinen Arbeitstag als erster Fahrer. -Foto: dpa

Die wichtigste Nachricht vorweg: Der Große Preis von Ungarn in der Formel 1 verlief bei weitem nicht so aufregend wie die Qualifikation. Vor allem ging das Rennen ohne weitere Vorfälle zwischen Lewis Hamilton und Fernando Alonso über die Bühne. Nach der Kontroverse um das Blockademanöver Alonsos im Abschlusstraining und dessen anschließender Bestrafung (siehe nebenstehenden Text) hatte Hamilton weit vor seinem ungeliebten Teamkollegen starten dürfen und war ihm deswegen nicht ins Gehege gekommen. Mit einem unaufregend wirkenden Sieg vor dem Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen baute er den Vorsprung in der WM auf den viertplatzierten Weltmeister auf sieben Punkte aus. „Es war ein sehr emotionales Wochenende für das ganze Team“, sagte Hamilton, selbst noch sichtlich bewegt. Nach „dem ganzen Drama“ sei es vor allem wichtig gewesen, nicht die Konzentration zu verlieren. „Ich musste bis zum Ende Gas geben, denn Kimi war immer hinter mir“, sagte der 22-Jährige. „Es ist schön, nach den null Punkten am Nürburgring wieder zurück an der Spitze zu sein.“

Auch aus deutscher Sicht war es nicht nur ein unfallfreier, sondern sogar ein schöner Sonntag. Nick Heidfeld nutzte die Selbstschwächungen der Topteams McLaren und Ferrari zu einem Podestplatz: „Das war ein super Rennen für mich.“ Er hatte nach der Rückstufung Alonsos durch die Rennkommissare sogar von Platz zwei starten dürfen, diesen aber auf der rutschigeren Seite der Startgeraden an Räikkönen verloren. Heidfeld: „Ich hatte keine Chance, aber die Beiden waren sowieso schneller als ich.“ Am Ende verteidigte er seinen dritten Rang mehr als zehn Runden lang mit allen Mitteln gegen Alonso. „Es ist natürlich nicht so leicht, hier zu überholen, aber mit Fernando hinter dir kann man niemals sicher sein“, sagte der 30-Jährige.

Ralf Schumacher konnte den McLaren des Weltmeisters mit seinem Toyota nach langem Kampf zwar irgendwann nicht mehr hinter sich halten, trotzdem feierte er nach schweren Monaten mit einer fehlerfreien Fahrt als Sechster so etwas wie eine Wiederauferstehung. Auch Nico Rosberg im Williams zeigte direkt hinter Schumacher eine gute Leistung und wurde ausnahmsweise einmal nicht durch Pech oder Defekte um den Lohn in Form von zwei WM-Punkten gebracht.

Der 20-jährige Sebastian Vettel erreichte nicht nur sein selbst gestecktes Ziel – das Ziel –, sondern durfte gleich den ersten Rennvergleich mit seinem Toro-Rosso-Kollegen Vitantonio Liuzzi als gewonnen betrachten. Was übrigens nicht nur an Liuzzis Ausscheiden mit technischen Problemen lag – zu diesem Zeitpunkt war der Italiener bereits hinter Vettel. Ein starkes Rennen fuhr auch Adrian Sutil, der im unterlegenen Spyker das Kunststück vollbrachte, dem Honda-Piloten Rubens Barrichello den letzten Platz zuzuschustern.

Vom Start weg hatten sich Hamilton und Räikkönen abgesetzt. Weltmeister Alonso fiel durch einen schlechten Start bis auf Platz acht zurück. Nachdem er sich an Red-Bull-Pilot Webber und Robert Kubica (BMW) vorbeigezwängt hatte, steckte er hinter dem deutschen Trio Heidfeld, Rosberg und Schumacher fest. Auch Felipe Massa, der wegen eines leeren Tanks im Abschlusstraining von weit hinten starten musste, steckte auf dem verschlungenen Hungaroring im Verkehr fest. Der Ferrari-Pilot wurde schließlich Dreizehnter.

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