Sport : Ungebremster Realist

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Montreal (dpa). Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher ist auf dem Weg zu seinem fünften Titel kaum noch zu stoppen. Realistisch betrachtet ist nach dem Sieg des Ferrari-Stars beim Großen Preis von Kanada in Montreal keiner seiner abgeschlagenen Verfolger in der Lage, den Durchmarsch noch zu verhindern. Trotzdem stapelt Schumacher weiter tief. „Es stehen noch neun Rennen aus, in denen 90 Punkte vergeben werden“, meinte der Rheinländer nach seinem sechsten Saisonsieg. „Ich bin nicht pessimistisch, nur realistisch. Man muss warten, bis die Sache entschieden ist.“

Dies könnte auf Grund von Schumachers Vorsprung von 43 Zählern auf die punktgleichen Williams-Piloten Juan Pablo Montoya und Ralf Schumacher schon in sechs Wochen beim Rennen in Frankreich der Fall sein. Noch nie in 53 Jahren Formel 1 führte ein Fahrer bei Saisonhalbzeit so souverän. Noch nie holte einer in den ersten acht WM-Läufen 70 von 80 möglichen Punkten.

Angesichts dieser Dominanz räumte Schumacher wenigstens ein, es sei schwierig, die WM noch zu verlieren. Zumal den Verfolgern die Luft auszugehen scheint. Montoya setzte zu einer viel versprechenden Aufholjagd auf Schumacher an, als in der 57. Runde sein Motor platze. Ralf Schumacher konnte beim Boxenstopp wegen Defekten an beiden Tankanlagen nur fünf Liter Benzin fassen, so dass er zum Nachfüllen außerplanmäßig ein zweites Mal einbiegen musste.

„Es ist so ziemlich alles schief gelaufen, was schief laufen konnte“, meinte Ralf Schumacher. Und BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen klagte: „Wir hatten heute an beiden Autos mehr Schwierigkeiten als bei allen bisherigen Saisonläufen zusammen.“

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