Sport : Ungewisse DEL-Zukunft - zwei Millionen Mark fehlen zur Wunscharena

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft eine Finanzlücke von zwei Millionen Mark: Vereinsboss Jochen Haselbacher von den Hannover Scorpions will die Heimspiele in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) von der kommenden Saison an gern in der neuen Preussag-Arena auf dem Expo-Gelände austragen. Doch leisten kann er sich das nicht. Hauptanteil-Eigner Günter Papenburg fordert drei Millionen Mark Jahresmiete für seine Arena. Unter diesen Umständen müssen die Scorpions draußen bleiben.

"Auf dieser Basis sind weitere Gespräche sinnlos", erklärt Haselbacher, der aber weiter auf ein Entgegenkommen Papenburgs hofft. Er ist bereit, rund 25 000 Mark pro Heimspiel an den Hallen-Betreiber zu überweisen. Im Falle einer sich andeutenden Aufstockung der DEL auf 16 Vereine und dem Doppelrunden-Modus wären das 750 000 Mark nach der regulären Saison. Hinzu käme die Miete für Heimspiele in der Meister- oder Abstiegsrunde.

"Wir kommen auch ohne Eishockey in der Arena über die Runden", macht der Bau-Unternehmer deutlich. Rockgrößen wie Tina Turner füllen die Kasse. Da spielen die Skorpione aus dem 25 Kilometer entfernten Vorort Wedemark höchstens die zweite Geige. Mit dem Deutsche Eishockey-Bund (DEB) dagegen hat sich Papenburg geeinigt. Für den Deutschland-Cup und die Weltmeisterschaft 2001 ist die Arena im Stadtteil Laatzen als Spielort gebucht.

Drei Millionen Mark bedeuten den halben Saisonetat der Hannover Scorpions in der DEL. In der kommenden Saison sinkt der Etat sogar um eine weitere Million, weil die Fernsehgelder in der DEL gekürzt werden. Zuschauereinnahmen sind ohnehin begrenzt. Nur 4000 Fans passen ins Ice House im Wedemarker Stadtteil Mellendorf. In der Arena dagegen haben 12 500 Besucher Platz. Parallel zu den erhofften Zuschauer-Zahlen dürfte bei einem Umzug der Etat steigen. Um endgültig für die nächste Saison zu planen, benötigt Vereinschef Haselbacher Sicherheit. Doch die gibt es erst, wenn die Verhandlungen mit Papenburg - egal, ob positiv oder negativ für die Scorpions - abgeschlossen sind.

Trainer Curt "Curre" Lindström, der die Nachfolge des entlassenen Kevin Gaudet angetreten hatte, sorgt für zusätzlichen Druck auf Haselbacher. Es müsse bei den Scorpions professioneller gearbeitet werden, sonst könne Hannover in den nächsten Jahren nicht bis in die Ligaspitze vordringen, so der ehemalige schwedische Weltmeister-Coach.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben