Sport : Ungewohnt aggressiv

Köln überrascht gegen Hoffenheim mit einer starken Offensive, spielt aber nur 1:1

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Es war zuletzt viel von geradezu lähmender defensiver Spielweise oder auch mangelndem Zweikampfverhalten die Rede, wenn sich das Thema um den Fußball- Bundesligisten 1. FC Köln drehte. Der Adressat der Beschwerden war wieder einmal FC-Trainer Zvonimir Soldo, dem selbst sein teuerster Spieler, Lukas Podolski, in der Öffentlichkeit riet, mehr Offensive und Risiko zu wagen. Dass Soldo sich von derlei Anfeindungen nicht beeindrucken lässt und seine Überzeugungen nicht ändert, hat er stets und so auch gestern Abend bewiesen.

Beim 1:1 (1:0) gegen 1899 Hoffenheim bot er in Podolski, wie bei der jüngsten Niederlage in Mainz, wieder lediglich einen Angreifer und dahinter fünf Mittelfeldspieler auf. Doch der Kölner Trainer vertraut offenbar darauf, dass Fußball unabhängig aller taktischen Fragen vor allem ein Spiel der Herangehensweise ist. Und gegen das Team aus dem Kraichgau sollte sich Soldo bestätigt fühlen, weil er beide Extreme in dieser Partie miterleben konnte.

In der ersten Hälfte agierten die Kölner derart aggressiv und leidenschaftlich, dass die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick ihre spielerischen Vorteile nicht einmal zeigen konnte. Vielmehr waren es die Kölner, die sich so viele Chancen erspielten, wie wohl in den ersten fünf Bundesligapartien zusammen nicht. Allerdings gelang es nach 17 Minuten lediglich Lukas Podolski, den Ball mit einem brachialen Schuss und mit ungewollter Unterstützung von Tom Starke in das Hoffenheimer Tor zu befördern. Martin Jajalo traf zehn Minuten später mit einem abgefälschten Schuss, nach Hackentrick von Petit, nur den Torpfosten.

Mit Anpfiff der zweiten Hälfte verharrten die Kölner anfänglich dann wieder rund um den eigenen Strafraum und waren plötzlich so ängstlich, dass die Hoffenheimer fast gezwungen waren, offensiver zu spielen. Einen der Angriffe nutzte Demba Ba nach einer sehenswerten Einzelleistung zum 1:1. Erst danach fingen sich die Kölner wieder und zeigten die aggressive Spielweise, mit der sie die Hoffenheimer zuvor so sehr in Schwierigkeiten gebracht hatten, auch wenn der Gegner sich ein wenig besser auf die Zweikampfhärte eingestellt hatten.

Die an diesem Abend häufig zu fehlerhaften Hoffenheimer hatten mehrfach Gelegenheit zu Konterangriffen, verspielten diese aber allzu leichtfertig. Martin Lanig hatte dann zehn Minuten vor dem Ende noch den Siegtreffer auf dem Fuß, aber er scheiterte an Torhüter Starke. Während Ralf Rangnicks Team mit diesem einen Punkt zufrieden sein kann, hatten die Kölner am Ende erneut ein Heimspiel nicht gewonnen. Diese Kritik muss sich Zvonimir Soldo allerdings gefallen lassen.

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