Sport : Ungewollter Rekord

Albas 90:98 in Bamberg ist die fünfte Niederlage in Folge

Helen Ruwald

Berlin . Fünf Pflichtspielniederlagen in Folge, das hat es in der Vereinsgeschichte von Alba Berlin noch nie gegeben. Selbst im Krisenherbst 2001 nicht, weil Alba zwischen vielen Niederlagen damals immer wieder ein Sieg gelang. Nicht so in den vergangenen zwei Wochen. Der deutsche Basketballmeister verlor in Bonn, Barcelona, Istanbul, gegen Köln - und gestern auch in Bamberg. 90:98 (41:54) mussten sich die Berliner geschlagen geben und verloren dadurch die Tabellenführung an die Telekom Baskets Bonn. Punktgleich mit Alba sind auch Bamberg (3.) und Braunschweig (4.).

„Das Team ist natürlich gefrustet, aber es waren schwere Spiele, und dazu kommt die Verletztenmisere“, sagt Berlins Manager Carsten Kerner. Die Mannschaft trat ohne die verletzten DeJuan Collins, Jörg Lütcke und Marko Pesic an. In der Anfangsformation standen mit Mithat Demirel, Stefano Garris und Henrik Rödl dennoch drei Bronzemedaillengewinner der WM im September in Indianapolis, außerdem die starken Zugänge Quadre Lollis und Jovo Stanojevic .

Dennoch hatten die Berliner nach 26:27-Rückstand nach dem ersten Viertel große Probleme gegen die Bamberger, die sich „in einen Rausch gespielt haben“ (Kerner). Sie trafen in der ersten Halbzeit acht von 16 Dreipunktewürfen (insgesamt 11), eine extrem hohe Quote. Nach der Pause lag Alba mit bis zu 18 Punkten im Rückstand und konnte sich nie auf mehr als sechs Zähler herankämpfen. Die Gäste trafen nun besser aus der Distanz (8 Mal insgesamt), doch kippen konnten sie die Partie nicht mehr. Das lag auch daran, dass Lollis (25 Punkte), Demirel (21) und Stanojevic (16) zwar gut trafen, Rödl, Garris und John Celestand hingegen nur auf Feldwurfquoten von 20 bis 30 Prozent kamen.

98 Punkte - so viele hat noch kein Gegner in dieser Saison gegen Alba erzielt, in der abgelaufenen Spielzeit machte in der Bundesliga nur Leverkusen noch mehr Körbe (102) gegen den Meister, dessen Stärke eigentlich die Verteidigung ist. Positiv fiel immerhin der 20-jährige Guido Grünheid auf, der rund sieben Minuten auf dem Feld stand. „Er hat sehr gut gespielt“, sagte Kerner, das helfe Alba im Hinblick auf das Euroleaguespiel am Donnerstag gegen Bologna. Da wird sich herausstellen, ob die Berliner ihre Negativserie stoppen oder ob ein neuer Rekord in ihre Annalen Eingang findet.

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