Sport : Unglaublich unsouverän Beim 5:2 über Mönchengladbach muss Bayern lange zittern

Daniel Pontzen

München. Respekt vor dem Alter ist einem Sponsor des FC Bayern fremd. „Bayernstürmer denkt daran: Der Torwart von Gladbach könnte Euer Vater sein“, stand in beißendem Spott auf der Werbebande eines Finanzdienstleisters. Vermutlich hat sich der findige Reklametexter gefreut, als der 40-jährige Gladbacher Schlussmann Claus Reitmaier nach einer Ecke des 19-jährigen Bastian Schweinsteiger kaum dynamischer als ein altersschwaches Nilpferd aus dem Kasten bewegte und somit das 1:0 durch Samuel Kuffour für den FC Bayern verschuldete. Es war der Beginn eines Torreigens, der am Ende eines turbulenten Spiels ein verfälschend deutliches 5:2 für Bayern München über Mönchengladbach ergab.

Kurz nach der Pause schien das Spiel bereits entschieden zu sein. Bayern führte nach überlegener erster Halbzeit, in der Roque Santa Cruz nach einem Sololauf ohne Gegenwehr zum 2:0 hatte erhöhen dürfen, und einem von Roy Makaay verwandelten Foulelfmeter 3:0. „Wenn du Erster bist, schießt du die Mannschaft dann aus dem Stadion“, bemerkte Jens Jeremies nach dem Spiel, aber Bayern ist Tabellenzweiter und demonstrierte in der Folge zum wiederholten Male seinen bemerkenswerten Mangel an Souveränität.

Wie jüngst beim 3:3 gegen Rostock zwangen sie den unterlegenen Gegner zurück ins Spiel: Zunächst ließ das mäßig überzeugende Verteidigerduo Kuffour/Jeremies einen Abschlag Reitmaiers passieren und Vaclav Sverkos auf 1:3 verkürzen. Wenig später rempelte Willy Sagnol den Gladbacher Thomas Broich im Strafraum um, den Elfmeter verwandelte erneut Sverkos. „Da waren dann natürlich die Gedanken an Rostock da“, sagte Torwart Oliver Kahn. Plötzlich fehlte dem Spiel der Bayern wieder jede Struktur, Gladbach drängte auf den Ausgleich, konnte sich aber keine zwingenden Chancen herausspielen. Kurz vor Schluss nutzten Owen Hargreaves und Michael Ballack die entblößte Gladbacher Defensive zu zwei weiteren Toren.

Reitmaier war dabei machtlos, seine Laune schien dennoch bescheiden, als er vom Platz trottete. Fünf Gegentore, keine gute Nachmittagsbilanz, zumal ein Fehler dabei war. Um etwa 30 Zentimeter hatte sich Reitmaier beim 1:0 verschätzt, dasselbe passierte immerhin dem hämischen Werbetexter des Bayern-Sponsors: „Unser Sparschwein ist 7,32 Meter breit und 2,14 Meter hoch“, stand auf einer anderen Bande. Das sollten die Maße eines Fußballtores sein. Er sollte da vielleicht noch mal nachmessen.

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