Sport : Ungleiches Spiel

Das deutsche Eishockey-Team ist gegen die kanadischen NHL-Profis beim 1:5 chancenlos

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Viele hundert kanadische Fans waren unter den 8554 Besuchern im olympischen Eisstadion „Palasport“ in Turin – sie wollten ihrer großen Mannschaft huldigen, dem „Team Canada“, das mit nur einem Ziel zu den Winterspielen gekommen ist: Die Kanadier wollen den Olympiasieg. Auf dem Weg dorthin mussten die hoch bezahlten Profis aus der National Hockey League (NHL) gestern Abend in der Vorrunde gegen die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft antreten, einen Außenseiter im Turnier. Und die Deutschen taten das, was in ihnen in der Situation der Ungleichheit blieb: Sie hielten sich wacker, sie ließen die Kanadier nicht in Spiellaune geraten – und sie kassierten eine 1:5 (0:3, 1:1, 0:1)-Niederlage.

Den kanadischen Fans reichte das, sie feierten auf den Rängen – und die Deutschen freuten sich über eine weitere achtbare Niederlage nach dem 1:4 gegen Tschechien, das sie am Mittwoch zum Auftakt kassiert hatten. Der Kölner Torwart Thomas Greiss, erst 20 Jahre alt, gab in der Partie gegen Kanada sein olympisches Debüt, NHL-Keeper Olaf Kölzig wurde für die entscheidenden Begegnungen am Samstag gegen Italien und am Sonntag gegen die Schweiz geschont. „Thomas wird heute ziemlich viel Gummi sehen“, hatte Bundestrainer Uwe Krupp zuvor gesagt. „Aber er hat es verdient, auf dieser Bühne zu stehen.“ Zu beneiden war Greiss jedoch nicht, er sah tatsächlich sehr viel „Gummi“, sah den Puck sehr oft. Die NHL-Stars um Dany Heatley und Joe Sakic nahmen den Nachwuchsmann unter Dauerbeschuss. Bei den ersten drei kanadischen Treffern durch Wade Redden, Sakic und Simon Gagne sah Greiss unglücklich aus. Er hatte den Puck jeweils nach vorn abprallen lassen, die Kanadier trafen im Nachschuss.

Das Spiel blieb auch im zweiten Drittel einseitig, die Deutschen fanden aber ein wenig zu sich. Sie betrieben, wie schon gegen Tschechien, Schadensbegrenzung. Und das sah so aus: Greiss wurde sicherer und die deutsche Auswahl gab einige Schüsse auf das kanadische Tor ab. Nicht in Überzahl, sondern im Spiel vier gegen vier, war der deutsche NHL-Spieler Christian Ehrhoff erfolgreich. Mit einem Schlagschuss aus der Halbdistanz überwand er Luongo (30.). Eine weitere Glanztat vollbrachte Krupps Mannschaft kurz vor Ende des zweiten Abschnitts, als sie fast zwei Minuten mit drei Mann gegen fünf Kanadier kämpfen musste – und keinen Gegentreffer kassierte.

Aber es kam wie es oft kommt im Eishockey: Das deutsche Team war gerade wieder komplett, die Konzentration ließ nach – und Kanada schlug zu. Heatley traf zum 4:1. Im Schlussdrittel blieb Kanada überlegen und Shane Doan erhöhte in der Schlussminute auf 5:1.

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