Union - Aachen 0:0 : Schlechtes Wetter, schlechtes Spiel

Bei strömendem Regen sehen 12.057 Zuschauer an der Alten Försterei ein höhepunktarmes Zweitligaspiel zwischen Union und Aachen. Das torlose Remis ist letztlich die logische Konsequenz eines langweiligen Kicks.

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1. FC Union Berlin - Alemannia Aachen
Verbissener Kampf. Unions Machambes Younga-Mouhani (r) versucht Benjamin Auer den Ball abzujagen. -Foto: dpa

Waldläufe, Treppenläufe, Krafttraining. Diese Kombination sollte dem ins Zweitliga-Mittelmaß abgerutschten 1. FC Union unter der Woche etwas Frische zurückbringen. Nach dem müden 0:0 bei Greuther Fürth am vergangenen Wochenende brauchten die Köpenicker offensichtlich neue Inspiration – und Kraft. Doch das intensive Zusatztraining mit Fitnesscoach half nur bedingt. Denn auch im Spiel gegen Alemannia Aachen kam der Berliner Fußball-Zweitligist nicht über ein 0:0 hinaus und rangiert weiter auf Platz zehn. Zu ideen- und kraftlos präsentierte sich Union am Sonntagnachmittag.

Für die ersten zwanzig Minuten der Begegnung reichte die angeeignete Spritzigkeit allerdings noch. Da nämlich traten die Gastgeber engagiert und zielstrebig. Ihre beste Gelegenheit durch Karim Benyamina parierte Aachens Torhüter Thorsten Stuckmann in der vierten Spielminute jedoch. „Uns hat wieder das Glück gefehlt“, sagte Benyamina nach der Partie. „Wir müssen so weitermachen, dann rutscht der Ball auch irgendwann über die Linie.“ Diesmal aber noch nicht. Zwar tummelten sich die Mannschaften auch nach der Berliner Großchance weitgehend in der Hälfte der Alemannia, dennoch schaffte es Union nicht, daraus zwingende Tormöglichkeiten zu kreieren. Und weil auch Aachen nicht viel investierte, verflachte die Begegnung von Minute zu Minute, so dass Schiedsrichter Norbert Grudzinski die Parteien fast überpünktlich in die Pause schickte - zu höhepunktlos war das Geschehen. 

Mit jeder Minute wurde das Spiel schwächer

Die tapferste Leistung vollbrachten an diesem Nachmittag noch die Unioner Anhänger unter den 12.057 Zuschauern in der Alten Försterei: Unermüdlich sangen sie Lieder. Ihr Team, das in der zweiten Hälfte so lethargisch begann wie es in der ersten aufgehört hatte, erreichten die Fans damit aber nicht. Dass Christian Stuff ins Leere flankte und der für den verletzten Michael Parensen eingewechselte Marco Gebhardt meterweit am Tor vorbei schoss, führten die Beteiligten später auf Beschaffenheit des Rasens zurück, der durch den sonntäglichen Dauerregen tatsächlich eher an ein Acker als einen Fußballplatz erinnerte, weswegen „es schwer war, Präzision ins Spiel zu bringen“, wie Unions Trainer Uwe Neuhaus befand.

Vielmehr übten sich die Köpenicker, bei denen Macchambes Younga-Mouhani für den gesperrten Dominic Peitz auf die Sechserposition rückte, im grau verhangenen Stadion allmählich in einer Art Verweigerungstaktik. Das gab den Gästen aus Aachen mehr Raum, von dem sie offensiv aber nicht viel Gebrauch machten. Anders Union: Nachdem Trainer Neuhaus in der 75. Minute den Mut aufgebracht hatte, Angreifer Kenan Sahin für Abwehrspieler Patrick Kohlmann einzuwechseln, kehrte zumindest ein wenig Engagement zurück. Torsten Mattuschka scheiterte jedoch knapp mit einem Freistoß und sowohl Michael Bemben als auch Sahin zielten nur über das Tor. „Viel kann ich meinem Team nicht vorwerfen“, sagte Uwe Neuhaus. „Aber unser Spiel nach vorne ist sicher verbesserungswürdig.“ So mussten sich seine Köpenicker am Ende erneut mit einem torlosen Remis zufrieden geben. Allen Fitnessübungen zum Trotz.

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