Union Berlin : Drei Buchstaben und zehn Millionen Euro

Der neue Sponsor ISP verhilft dem 1. FC Union zum finanziellen Aufstieg. Dass der Zweitligist mit den Zuwendungen des alten Bekannten nun aber gleich ganz groß rauskommt, ist nicht vorgesehen.

Katrin Schulze
Union
Dieter Fietz, Managing Direktor der International Sport Promotion (ISP), Union-Präsident Dirk Zingler und Jürgen Czilinsky,...Foto: dpa

BerlinBerlin – Das bestgehütete Geheimnis des 1. FC Union trug drei Buchstaben. ISP. So heißt der neue Hauptsponsor, um den der Berliner Fußballklub lange Zeit Rätsel aufgab. Zwei Wochen vor dem Saison-Eröffnungsspiel gegen Hertha BSC gab Union gestern dann endlich die Kooperation mit dem Unternehmen preis. Bereits am 18. Mai schlossen die Parteien den Vertrag ab – gut eine Woche nachdem die Berliner den Aufstieg in die Zweite Liga perfekt machten.

Ein sportlicher Aufstieg, dem prompt der finanzielle folgte. Und wie: Fünf Jahre lang werden die Köpenicker nun jährlich mit zwei Millionen Euro bezuschusst. Damit dürften sie in dem Bereich zur Zweitliga-Spitze gehören: Erstliga-Absteiger Energie Cottbus generierte in der vergangenen Saison beispielsweise nur eine Million Euro durch Sponsoren. „Die Unterstützung wird uns die Arbeit erheblich erleichtern“, sagte Dirk Zingler. Eine bescheidene Einschätzung des Berliner Präsidenten – war die Trikotwerbung dem vorigen Hauptsponsor doch gerade mal 200 000 Euro wert. Durch den großzügigen neuen Wohltäter kann Union den Etat für die kommende Saison auf 12,2 Millionen Euro aufstocken.

Doch was ist das eigentlich für ein Unternehmen, das den Finanzboom in Berlin-Köpenick ausgelöst hat? ISP steht für International Sport Promotion, eine in Dubai eingetragene Firma. Der überregionale Touch auf der Brust der Unioner Spieler täuscht allerdings ein bisschen, denn der Sponsor gehört in Wahrheit zu einer in Berlin sitzenden Unternehmensgruppe, die in verschiedenen Bereichen tätig ist. Umweltmanagement und Rohstofferschließung zum Beispiel. „Die Basis des Vertrags war die Entwicklung bei Union – und speziell die letzte Saison. Ohne den Aufstieg wäre er nicht zustande gekommen“, sagte Dieter Fietz. Der 66 Jahre alte Firmendirektor arbeitete 1974/75 als Trainer beim 1. FC Union.

Dass der Zweitligist mit den Zuwendungen des alten Bekannten nun aber gleich ganz groß rauskommt, ist nicht vorgesehen. „Wir gehen nicht mit Hurra ins Verderben“, sagte Zingler. „Das Tempo und die zukünftige Entwicklung bestimmt weiterhin einzig der Verein.“ So sollen die Gelder gleichermaßen auf den Stadionbau, den Abbau von Verbindlichkeiten und das Personal verteilt werden. Ganz so gemach, wie es zunächst den Anschein hat, geht es bei den Köpenickern allerdings nicht zu. Denn trotz der langfristigen Auslegung könnten sie von den Effekten des neuen Gönners schon bald profitieren: Für die nächste Woche ist das Probetraining von drei Brasilianern und einem Chilenen angekündigt, für die der neue Sponsor Transferrechte besitzt.

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