Union Berlin nach dem 2:1 gegen Aalen : Ein bisschen Befreiung für Union

Trotz zweier Siege in Folge gibt sich Union-Trainer Norbert Düwel nur vorsichtig optimistisch - auch wenn sich seine Spontaneität bei der Mannschaftsaufstellung bezahlt gemacht hat.

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Erlösung nach dem Sieg in Aalen: Union-Trainer Norbert Düwel (m.).
Erlösung nach dem Sieg in Aalen: Union-Trainer Norbert Düwel (m.).Foto: Imago

Rund sieben Stunden dauerte die Rückfahrt des 1. FC Union. Nach dem 2:1-Sieg beim VfR Aalen war es aber die schönste Busfahrt der Berliner seit Monaten. Angreifer Martin Kobylanski postete auf Instagram ein Foto, auf dem er und einige Mitspieler mit Victory-Zeichen, wilden Gesten und Bierflaschen ihre Freude demonstrierten. „Wir haben vor dem Spiel schon angesprochen, dass die Busfahrt mit einem Sieg lustiger sein kann“, sagte Toni Leistner, der mit auf dem Bild war. „Zwei Siege hintereinander tun gut, weil wir jetzt wissen, dass wir Spiele hintereinander gewinnen können.“

Der Ex-Dresdner hatte zusammen mit Sören Brandy für die beiden Treffer der Berliner und damit nach zwölf vergeblichen Anläufen für den ersten Auswärtssieg Unions 2014 gesorgt. Die Köpenicker brachten zwar auch in der elften Begegnung dieser Saison keinen Treffer in der ersten Hälfte zustande. Doch wie in der Vorwoche gegen den SV Sandhausen (3:1) konnte Union in Aalen ein 0:1 zur Pause in einen Sieg umwandeln. „Kompliment an die Mannschaft, die nach einem Rückstand wieder in die Spur gefunden und das Spiel gedreht hat“, sagte Trainer Norbert Düwel.

Trainer Düwel nach Sieg vorsichtig

Kurz nach dem Abpfiff gab es einen Freudensprung von Düwel, ehe das kollektive Trainer-Umarmen einsetzte. Michael Parensen, Vereinssprecher Christian Arbeit, Sport-Geschäftsführer Nico Schäfer: Alle wollten an Düwel ran. Doch der traut dem jüngsten Ergebnis-Aufschwung noch nicht so richtig. Den Gang vor den Block der Union-Fans machte Düwel nicht bis zum Ende mit. Der Trainer will vom Übergang in die Normalität noch nichts wissen.

Vielleicht hat der 46-Jährige im Hinterkopf, dass die beiden Siege gegen vergleichsweise leichtere Konkurrenten gelangen und der Aalener Andreas Ludwig kurz nach der Pause die große Möglichkeit zum 2:0 ausgelassen hatte. „Normalität gibt es in dieser Liga für ganz wenige Mannschaften. Es wäre ein Trugschluss, von einem Befreiungsschlag zu sprechen“, meinte Düwel. „Wenn man sich die Ergebnisse und die Abstände in der Tabelle ansieht, haben viele Mannschaften zu beißen – und wir gehören dazu.“

Wechselhaft bei den Aufstellungen

Aber Siege helfen, Zweifel an Düwels Arbeit und seinen wechselnden Aufstellungen zu zerstreuen. Wer gewinnt, macht alles richtig – dagegen haben aktuell viele Reservisten keine Argumente. Torhüter Daniel Haas muss schlucken, dass er zum zweiten Mal in Folge auf der Bank saß. Die neue Nummer eins Mohamed Amsif wurde gegen Sandhausen und Aalen nicht gefordert. Kapitän Damir Kreilach wurde zumindest eingewechselt. Der Ex-Aalener Martin Dausch machte sich dagegen an alter Wirkungsstätte vergeblich warm. Die Mittelfeldspieler Baris Özbek und Björn Jopek sowie Angreifer Adam Nemec standen nicht im Kader. Noch im Sommer hatte sich Düwel für den Verbleib der aussortierten Özbek und Nemec eingesetzt. Die Punkte für eine mögliche Wende und die Sicherung des eigenen Arbeitsplatzes holte Düwel ohne sie.

Düwel blieb seiner Spontaneität auch in Aalen treu. Nach dem Rückstand beorderte er für den angeschlagenen Parensen Offensivmann Maximilian Thiel auf die Position des Linksverteidigers. „Man muss flexibel sein. Wenn der Micha ausfällt, muss man sich anpassen“, sagte Thiel. „Am Ende haben wir kein Tor mehr bekommen. Ich glaube, das ist das Wichtigste.“

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