Union Berlin : Nur stabil muss es sein

Fabian Schönheim könnte als Linksverteidiger beim Auswärtsspiel in Ingolstadt für Ruhe in der Abwehr des 1. FC Union, die in vier Spielen bereits acht Gegentore zuließ, sorgen. Nebenbei zeigt er den Stürmern noch, wie das mit dem Tore schießen funktioniert.

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Zum Haareraufen: Fabian Schönheim konnte die Niederlage im Stadtderby nicht verhindern. Foto: dapd
Zum Haareraufen: Fabian Schönheim konnte die Niederlage im Stadtderby nicht verhindern.Foto: dapd

Berlin - Unter der Woche gab es für Fabian Schönheim beim Training eine willkommene Abwechselung. Mit den drei Angreifern Adam Nemec, Simon Terodde und Silvio durfte der Abwehrspieler des 1. FC Union Torschüsse üben, während die restlichen Kollegen Läufe absolvierten. Schönheim überzeugte, seine Trefferquote konnte sich sehen lassen. „Vielleicht sollte ich unseren Stürmern mal zeigen, wie man die Dinger eiskalt einhaut“, sagte er später. Die Antwort war nicht ganz ernst gemeint, aber schaden konnte ein wenig Anschauungsunterricht nicht. Der 1. FC Union ist in dieser Saison nach vier Spielen noch immer ohne ein eigenes Stürmertor.

Dass Fabian Schönheim heute beim Auswärtsspiel in Ingolstadt (18 Uhr) als Angreifer aufläuft, ist trotzdem unwahrscheinlich. Seinen angestammten Platz in der Innenverteidigung könnte er aber räumen müssen – um als linker Außenverteidiger aufzulaufen.

Zu den sportlichen Problemen kommen beim Berliner Zweitligisten nun auch noch Verletzungssorgen hinzu. In Ingolstadt werden Patrick Kohlmann (Erkältung), Michael Parensen (Haarriss im Wadenbein) und Patrick Zoundi (Muskelfaserriss) in jedem Fall fehlen. Für Zoundi steht Christopher Quiring als Ersatz auf der rechten Seite bereit. Der Torschütze beim Derby gegen Hertha BSC hat seine Wadenprobleme überstanden und konnte während der Woche wieder mit der Mannschaft trainieren.

Auf links ist die Situation etwas dramatischer. Patrick Kohlmann und Michael Parensen bilden dort seit Jahren ein eingespieltes Duo. Die Zwei kennen sich bereits aus Juniorentagen, sind perfekt auf einander eingestellt. Nun fallen beide aus, was Trainer Uwe Neuhaus veranlassen könnte, Schönheim auf die Position des Linksverteidigers zu ziehen und Roberto Puncec im Abwehrzentrum neben Christian Stuff spielen zu lassen. „Ich habe lange links gespielt und traue mir das auf jeden Fall zu“, sagt Schönheim. Eine Viererkette mit Marc Pfertzel auf rechts und drei nominellen Innenverteidigern garantiert zumindest auf dem Papier Stabilität. Die fehlte dem 1. FC Union bisher. Acht Gegentore haben die Berliner in vier Spielen kassiert – auch ein Grund für den Fehlstart mit nur einem Punkt. Dass Trainer Uwe Neuhaus in jedem Spiel mit einer anderen Abwehrformation beginnen musste, will Schönheim nicht als Entschuldigung gelten lassen. „Die Vorbereitung war lang genug, um sich einzuspielen. Wenn Fehler passieren, darf mangelnde Abstimmung keine Ausrede sein“, sagt er. „Mittlerweile ist durch das tägliche Training selbstverständlich geworden, dass jeder weiß, wie der andere tickt.“

Schönheim trat von Unions Verteidigern noch am souveränsten auf, von dem 25-Jährigen erhofft sich Neuhaus die nötige Ruhe, welche die Mannschaft nach dem Fehlstart benötigt. Zumal vor Schönheim einer spielen könnte, der über diese Eigenschaft noch nicht verfügt. Björn Jopek, vor drei Wochen 18 Jahre alt geworden, konnte sich seit Beginn der Vorbereitung mehr und mehr in den Vordergrund spielen. Da Neuzugang Felipe Gallegos nach einem Muskelfaserriss wie Torsten Mattuschka (Schulter) nicht hundertprozentig fit ist, gilt Jopek als leichter Favorit auf den Startplatz.

Fabian Schönheim hat den sicher. Die Frage ist nur, auf welcher Position.

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