Union Berlin : Offensivkraft allein reicht nicht

Union-Trainer Uwe Neuhaus plant nach der 0:3-Niederlage beim FSV Frankfurt einige Veränderungen für das Spiel gegen den SC Paderborn. Wenn Union in die Bundesliga will, wird sich zur neuen Saison auch der Kader verändern müssen.

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Thorsten Mattuschka dürfte in der kommenden Saison einen neuen Konkurrenten bekommen.
Thorsten Mattuschka dürfte in der kommenden Saison einen neuen Konkurrenten bekommen.Foto: dpa

Der 1. FC Union gibt sich heute vor dem Spiel beim SC Paderborn (13.30 Uhr) genügsam. Das Ergebnis ist fast zweitrangig. Uwe Neuhaus fordert im Vergleich zum 0:3 beim FSV Frankfurt eine bessere Einstellung. „Jeder Zuschauer soll sehen können, dass die Mannschaft das Spiel gewinnen will“, sagte der Trainer des Zweitligisten. „Unabhängig davon, ob es gewonnen wird.“ Neuhaus kündigte Veränderungen an. Die muss es auch im Kader für die neue Saison geben, wenn die Erste Liga kein Fernziel bleiben soll. Momentan fehlt Konstanz. Vor allem zwischen Heim- und Auswärtsauftritten herrscht große Diskrepanz. Der zwischenzeitliche Trend eíner Steigerung gegenüber dem siebten Rang des Vorjahres ist aktuell nicht mehr erkennbar.

Unions Offensive trifft daran die wenigste Schuld. Momentan werden die 44 Union-Treffer lediglich von Hertha BSC (51) übertroffen. Doch mit aktuell 40 Gegentoren ist niemand zufrieden. Wie zum Ende der Vorsaison (58) sind nur wenige Teams anfälliger.

Union rief als Saisonziel Rang fünf bis sieben aus. Der Etat für die Profiabteilung erreichte mit 10,09 Millionen Euro einen Vereinsrekord. Ein Jahr zuvor waren es 8,64 Millionen Euro. Durch seine akribische Arbeit hat Neuhaus Union zu einer Zweitliga-Konstanten entwickelt. Der Verein konnte dem Chefcoach deshalb die besten Trainingsbedingungen der Vereinshistorie zur Verfügung stellen. Seit Saisonbeginn haben die Profis ein eigenes Gelände mit zwei Feldern, eines davon ist beheizbar. An der Infrastruktur ist die derzeitige Stagnation nicht festzumachen. Zumal diese in wenigen Monaten durch den Umzug aus den seit Oktober 1995 benutzten Containern in profitaugliche Umkleiden im Bauch der neuen Haupttribüne noch verbessert wird.

Offen ist, welche Neuzugänge dort neben dem bereits verpflichteten Mittelfeldspieler Martin Dausch (VfR Aalen) sitzen werden. Äußern will man sich nicht. „Wenn ich sage, ich suche einen Innenverteidiger oder Torwart, habe ich beim Training ein paar Spieler auf der Erde liegen“, sagte Neuhaus. Klar erscheint jedoch, dass ein Innenverteidiger geholt werden muss, weil in Christian Stuff bislang nur einer über das Saisonende hinaus gebunden ist. Sollte aus dem Leihspieler-Duo mit Roberto Puncec und Fabian Schönheim einer durchfallen, müssten sogar zwei neue Innenverteidiger kommen. Nachkaufbedarf besteht sicher auf der strategisch wichtigen Sechserposition. Seit dem Weggang von Markus Karl nach Kaiserslautern spielt jetzt Michael Parensen dort. Die Allzweckwaffe scheint jedoch in einer Doppelsechs oder im linken Mittelfeld besser aufgehoben zu sein.

In der Offensive fehlt Union ein Angreifer, der ähnlich oft trifft wie Simon Terodde (10 Tore) oder Adam Nemec (8). Zwei weitere Angreifer stehen trotz weiterlaufender Verträge am Scheideweg. Talent Steven Skrzybski (0 Tore) konnte seine Zweitligatauglichkeit in den letzten Jahren nicht nachweisen. Er wurde zuletzt dennoch dem resignierenden Silvio vorgezogen. „Der Verein muss im Sommer entscheiden, was am besten ist“, sagte Silvio kürzlich. Sein vorzeitiger Abgang ist möglich. Normalerweise holt Neuhaus gern auch Kreativspieler, die mit Kapitän Torsten Mattuschka konkurrieren sollen. Erst einmal will Union aber in Paderborn gewinnen.

So könnte Union spielen:


Haas – Pfertzel, Stuff, Schönheim, Kohlmann – Parensen – Özbek, Mattuschka, Jopek – Terodde, Nemec

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