Union Berlin : Schön zerstört

Union holt beim 1:1 in Kaiserslautern einen Punkt

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Nicht genug. Rodnei (in Rot) erzielt in dieser Szene das 1:0 für Kaiserslautern, doch am Ende musste sich der Spitzenreiter mit...dpa

Auf dem Betzenberg ist der Weg von der Trainerbank zur Seitenlinie relativ weit. Trotzdem sprangen die beiden Übungsleiter Marco Kurz von Zweitligaspitzenreiter 1. FC Kaiserslautern und Uwe Neuhaus vom 1. FC Union ständig auf, um ihren Unmut zu äußern. Die Fußballtrainer waren mit den Leistungen ihrer Mannschaften in vielen Phasen der zerfahrenen Begegnung nicht zufrieden. Dass es dennoch Tore gab, ist lediglich zwei Standardsituation zu verdanken. Der ehemalige Hertha-Profi Rodnei köpfte in der 72. Minute einen Eckstoß von Alexander Bugera zum 1:0 ein. Doch schon sieben Minuten später schafften die Köpenicker den etwas schmeichelhaften Ausgleich. Nach einem Freistoß von Torsten Mattuschka hatte der eingewechselte Chinedu Ede den Ball zunächst an den rechten Pfosten geschossen – und danach prallte der Ball vom Lauterer Srdjan Lakic unglücklich ins eigene Netz.

„Vieles von dem, was wir uns vorgenommen haben, ist ganz gut aufgegangen. Wir haben einen offensiven Spieler geopfert und dafür hinten einen zusätzlichen defensiven Akteur gebracht“, sagte Unions Trainer Uwe Neuhaus. „Das war nötig, weil Kaiserslautern über eine enorme Sturmstärke verfügt. Wir wollten das Spiel erst einmal zerstören.“ Neuhaus hatte den gegen Karlsruhe nicht berücksichtigten Daniel Göhlert als zentralen Akteur einer Dreierkette aufgeboten, der außerdem Christian Stuff und Bernd Rauw angehörten. Die Außenverteidiger Michael Bemben und Patrick Kohlmann ließen sich bei Ballbesitz des Gegners tief zurückfallen, so dass die Berliner immer ein personelles Übergewicht in der Defensive hatten.

„Wir wollten hinten erst einmal sicher stehen. Und bis auf den Gegentreffer ist das auch ganz gut aufgegangen“, sagte Jan Glinker. Dass seine Mannschaft inzwischen seit acht Begegnungen auf einen Sieg wartet, interessierte den Berliner Torhüter nicht wirklich. Vor 41 144 Zuschauern, darunter rund 2000 mitgereiste Union-Fans, lief in der Offensive der Gäste fast 80 Minuten lang jedoch relativ wenig. Nach dem Rückstand riskierte Union plötzlich etwas und wäre beinahe noch zum Siegtreffer gekommen. Der eingewechselte John Jairo Mosquera erzielte ein Abseitstor. Zudem besaß der Kolumbianer sogar noch eine Siegchance gegen die weitgehend spielbestimmenden Lauterer.

Am Ende schwenkten diesmal nicht wie gewohnt die FCK-Fans weiße Taschentücher für die in der Regel als Verlierer abreisenden Gäste, sondern die Union-Fans, die auf diesen Erfolgsfall offenbar vorbereitet waren.

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