Union Berlin : Union feiert ein 0:0 in Paderborn

Beim Tabellenzweiten können die Berliner zwar nicht treffen, halten die Konkurrenz in der Dritten Liga durch das torlose Unentschieden aber auf Distanz. Berliner Fans geraten mit der Paderborner Polizei aneinander.

Matthias Koch[Paderborn]

Die Fans des 1. FC Union wollten ihre Mannschaft nicht in die Kabine lassen. „Nie mehr Dritte Liga“, sangen die rund 2500 mitgereisten Fans der Berliner in Paderborn. Und die Spieler ließen sich trotz des verpassten Sieges zu einem Tänzchen hinreißen. „Mit dem Punkt können wir besser leben als Paderborn“, sagte Unions Trainer Uwe Neuhaus nach dem kampfbetonten 0:0. Tatsächlich hatte der Tabellenerste beim Zweiten zu Beginn Probleme. Paderborn kam zu Torchancen durch Sercan Güvenisik, Björn Lindemann, Rolf-Christel Guie-Mien und Toni Wachsmuth, der kurz vor dem Abpfiff nach einer Tätlichkeit an Hüzeyfe Dogan noch die Rote Karte sah. Unions Torwart Jan Glinker blieb aber stets aufmerksam.

Erst nach 30 Minuten bekamen die Berliner, bei denen Christian Stuff nach dem Ablauf seiner Sperre Christoph Menz aus der Vierer-Abwehrkette verdrängte und Stürmer Shergo Biran zunächst auf der Bank saß, das Spiel besser in den Griff. Vor 12 597 Zuschauern hatte Union dann ebenfalls einige hochkarätige Möglichkeiten. Doch Karim Benyamina, Hüzeyfe Dogan und der eingewechselte Shergo Biran scheiterten am Paderborner Keeper Kasper Jensen. „Ein Sieg wäre aber zu viel gewesen“, sagte Neuhaus.

Aller Wahrscheinlichkeit nach bleiben die Köpenicker noch bis zum Saisonende auf Platz eins, der wie der zweite Platz den direkten Aufstieg zur Folge hat. Der Tabellendritte Fortuna Düsseldorf kann bei acht ausstehenden Spielen noch auf höchstens 76 Zähler kommen. Wenn Düsseldorf alle weiteren Spiele gewinnen sollte, bräuchte Union aus den verbleibenden acht Begegnungen noch 13 Punkte.

Nach 16 Spielen ohne Niederlage können die Berliner ihre Gespräche über den Spielerkader für die Zweite Liga nun noch intensivieren. Vier Neue werden wohl mindestens kommen. Bedarf besteht offenbar vor allem im Mittelfeld. Zum Kandidatenkreis sollen Maik Wagefeld (Dynamo Dresden) und Thiago Rockenbach da Silva (Rot-Weiß Erfurt) gehören.

Nicht ins Bild der sportlichen Jubelarie passten Vorfälle bei der Ankunft der Berliner Fans am Paderborner Bahnhof. Nachdem die Scheibe eines Shuttle-Busses zu Bruch gegangen war, kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Fans. Dabei sollen die Beamten Reizgas und Knüppel eingesetzt haben. „17 Union-Fans wurden verhaftet. Einige Fans liegen verletzt im Krankenhaus“, sagte Union-Sprecher Christian Arbeit.

Außerdem brannte der Mannschaftsbus der Paderborner in der Nacht zum Sonntag aus. Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Ursache sei noch unklar, Brandstiftung könne nicht ausgeschlossen werden, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag in Paderborn. Der Schaden beträgt 150 000 Euro.

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