Union Berlin vor Spiel bei Eintracht Braunschweig : Wiedersehen unter Freunden

Verteidiger Benjamin Kessel trifft mit dem 1. FC Union auf seinen früheren Klub Eintracht Braunschweig. Mit den Niedersachsen war Kessel schon in der Bundesliga - und wollte das mit Union eigentlich noch mal erleben.

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Rechtsverteidiger: Benjamin Kessel darf bei Union unter Sascha Lewandowski wieder auf seiner angestammten Position spielen.
Rechtsverteidiger: Benjamin Kessel darf bei Union unter Sascha Lewandowski wieder auf seiner angestammten Position spielen.Foto: imago

Benjamin Kessel dürfte am Sonntag keine Orientierungsprobleme haben. Der Verteidiger des 1. FC Union weiß vor dem Zweitligaspiel bei Eintracht Braunschweig schon, dass er jetzt die Farben der Berliner trägt. Nun kommt er mit Union erstmals als Gegner ins Eintracht-Stadion. „Ich hoffe natürlich auf einen freundlichen Empfang. Ich habe fünf Jahre lang alles gegeben für den Verein. Es war eine schöne Zeit“, sagt Kessel. „Es wird ein komisches Gefühl sein, diesmal in die Gäste-Kabine abzubiegen. Ich habe noch viele Freunde in Braunschweig. Letzten Endes will ich dort aber auch gewinnen.“

Trotz der Braunschweiger Heim-Niederlage am Montag gegen Greuther Fürth (0:1) stehen die Niedersachsen im oberen Mittelfeld. Da will auch Union hin. Im Umfeld beider Teams schlummert der Traum von der Ersten Bundesliga. Kessel hat ihn 2013/14 mit der Eintracht erlebt. In 20 Begegnungen schoss er zwei Treffer im Oberhaus.

Union hat weiter Verletzungsprobleme in der Abwehr

Eigentlich ist er genau deswegen nach Köpenick gewechselt, um das noch einmal zu erleben. Insofern ist das Spiel für beide Mannschaften richtungsweisend. „Die haben vier Punkte mehr als wir. Ich glaube, dass Braunschweig bis zum Ende oben mitspielen will“, sagt Kessel. „Ich werde den Jungs noch ein paar Sätze über die Stärken und Schwächen der Braunschweiger Defensive sagen.“ Mit nur sechs Gegentreffern stellte Braunschweig vor diesem Spieltag die drittbeste Abwehr der Liga. Union musste sich schon 15 Mal geschlagen geben.

Angesichts der zahlreichen Ausfälle in der Defensive ist auch in Braunschweig nicht von einer eingespielten Berliner Abwehr auszugehen. Die Verteidiger Fabian Schönheim (Oberschenkel-Sehnen-Verletzung) und Toni Leistner (Muskelfaserriss) fallen definitiv aus. Michael Parensen (Unterarm-Bruch) und Sechser Stephan Fürstner (Sprunggelenksverletzung) würden sicher gern mitwirken. Ob Trainer Sascha Lewandowski bei ihnen das Risiko eingehen wird, entschied sich in den nicht öffentlichen Einheiten seit Freitag. „Ich bin davon überzeugt, dass wir auch mit der Notabwehr bestehen können“, sagt Kessel. Der bis Freitag getestete arbeitslose Linksverteidiger David Addy, der bis Sommer beim belgischen Erstligisten Waasland-Beveren spielte, hilft Union dabei nicht weiter. Der 25-jährige Ghanaer wird vorerst nicht verpflichtet.

Aufbruchsstimmung unter Sascha Lewandowski

Unter Lewandowski darf Kessel wieder als Rechtsverteidiger ran. Der 28-Jährige wirkt regelrecht befreit, seit er – anders als noch unter Lewandowskis Vorgänger Norbert Düwel – nicht mehr in der Innenverteidigung spielen muss. „Mir haben die Läufe auf der Linie rauf und runter gefehlt“, sagt Kessel. „Herr Düwel wusste auch, dass ich in Braunschweig fünf Jahre lang Rechtsverteidiger gespielt habe. Er meinte aber, dass ich für die Mannschaft in der Mitte effektiver bin.“

Unter Lewandowski verspürt Kessel immer noch eine Aufbruchsstimmung, auch wenn es vor dem Heimsieg gegen Duisburg (3:2) die Rückschläge daheim gegen Fürth (1:2) und beim FSV Frankfurt (2:3) gab. Die beiden Niederlagen hätten wehgetan. Aber im Umfeld sei den Spielern keiner böse. Die Leute hätten gesehen, dass die Mannschaft alles gegeben habe, sagt Kessel. Er setzt auf den Langzeit-Effekt des Trainerwechsels. „Wir haben nicht die Punktzahl, die wir gern haben würden. Es kommt aber erst der zehnte Spieltag“, sagt Kessel. „Wir sind auf einem guten Weg, eine spielerische Entwicklung ist zu sehen. Das wird sich im Lauf der Saison widerspiegeln.“

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