Union : Die Polizei braucht Verstärkung

Am Freitag spielt Union gegen Hansa Rostock in Berlin. Die Begegnung birgt Sicherheitsrisiken.

Matthias Koch
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Grüne Welle. Mehr als 1300 Polizisten und Ordner kommen zum Einsatz.-Foto: Matthias Koch

Berlin - Es hat ein bisschen den Anschein, als ob am Freitag in Berlin ein kleiner Bandenkrieg verhindert werden soll. Dabei handelt es sich um ein Fußballspiel, das die Polizei mit einem Großaufgebot absichert: Die Zweitliga-Partie zwischen dem 1. FC Union und Hansa Rostock steht nämlich unter erhöhtem Sicherheitsrisiko. Mehr als 1000 Polizeibeamte und mehr als 300 Union-Ordner werden im Einsatz sein. Sie sollen sicherstellen, dass die seit gestern ausverkaufte Begegnung (18 Uhr, Alte Försterei) ohne Zwischenfälle verläuft. „Es ist ein großes Problem für die Berliner Polizei, dass die Partie parallel zur Leichtathletik-WM stattfindet“, sagt Unions Sicherheitschef Sven Schlensog. „Sie muss sich deshalb mit Kräften von außerhalb verstärken.“

Aber nicht nur in puncto Sicherheit hat Union große Zahlen zu verkünden, sondern auch, was die Zuschauer angeht. Die Köpenicker werden gegen Hansa einen neuen Besucherrekord bei Zweitliga-Heimspielen aufstellen. Und das, obwohl anstelle von möglichen 19 000 Zuschauern wohl nur 17 500 Besucher Einlass finden. Zum ersten Mal kommt es im modernisierten Stadion zur sicherheitsbedingten Sperre von zwei Blöcken; zudem nehmen die Rostocker Fans wegen der begrenzten Anzahl von Plätzen in den beiden Sonderzügen nicht alle von Union zur Verfügung gestellten Tickets in Anspruch.

Darüber hinaus erfolgte der Kartenverkauf stark eingeschränkt. In Berlin konnten Tickets beim Vorverkauf nur gegen Vorlage des Personalausweises von Berlinern und Brandenburgern abgeholt werden. Der FC Hansa gab maximal vier Karten an Mitglieder ab und dies nur in Verbindung mit einem Zugticket. „Wir rechnen mit 1400 bis 1500 Rostocker Fans in Berlin“, sagt Hansas Fanbeauftragter Axel Klingbeil. Vom S-Bahnhof Spindlersfeld werden die Gästefans von der Polizei zum Stadion geleitet.

Die scheinbare Feindschaft ist erstaunlich, da die Klubs zuletzt 1989 ein Pflichtspiel gegeneinander bestritten. Doch im Mai 2009 gab es einen Zwischenfall auf dem Bahnhof Gesundbrunnen, als UnionFans aus Emden und die Hanseaten aus Wiesbaden zurückkehrten. Zudem provozierten Union-Fans beim Testspiel im Januar 2009 im Ostseestadion beinahe einen Spielabbruch. Matthias Koch

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