Union : Freiwilliges Vakuum

Gegen Cottbus feiert Union noch einmal eine große Party und verabschiedet einige Profis – vor allem auf der rechten Seite klafft bald eine Lücke. Dafür besteht Interesse an einem Kölner Stürmer.

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Abklatschen zum Abschied. Karim Benyamina (r.) verlässt die Köpenicker als Rekordtorschütze.
Abklatschen zum Abschied. Karim Benyamina (r.) verlässt die Köpenicker als Rekordtorschütze.Foto: dpa

Wenn Christian Beeck dieser Tage ins Reden kommt, entsteht leicht der Eindruck, er wäre bereits im Urlaub. Der Teammanager des 1. FC Union spricht dann mit leuchtenden Augen von Überraschungen, Bandmusik und Frühshoppen. Dabei erklärt Beeck lediglich, wie sich der Köpenicker Zweitligist von den eigenen Fans verabschieden will.

Heute kommt der FC Energie Cottbus ins Stadion An der Alten Försterei (13.30 Uhr, live bei Sky). Es ist das letzte Heimspiel dieser Saison, da soll den Anhängern zur Abwechselung auch mal etwas neben dem eigentlichen Geschehen auf dem Rasen geboten werden. Union sagt Danke für die Unterstützung in dieser Saison. Mit 14 047 Zuschauern pro Heimspiel hat der Berliner Klub den siebtbesten Schnitt der Liga. Auch heute wird die Stimmung im Stadion wieder prächtig sein, das Spiel gegen Cottbus ist seit Tagen ausverkauft.

Für einige Spieler wird es das letzte Mal sein, dass sie im Trikot des 1. FC Union in der Alten Försterei auflaufen. Am Freitag gab Teammanager Beeck bekannt, dass neben Karim Benyamina, Kenan Sahin und Dominic Peitz auch Björn Brunnemann, Bernd Rauw, Christoph Haker, Paul Thomik und Macchambes Younga-Mouhani verabschiedet werden. Überraschend ist diese Nachricht nicht, es galt schon länger als beschlossen, dass die meisten aus dieser Gruppe keine Zukunft beim 1. FC Union haben.

Nur bei Dominic Peitz ist das anders. Union hätte den groß gewachsenen Kopfballspezialisten gern gehalten, doch Peitz zog es vor, seinen auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Acht Abgänge hören sich im ersten Moment nach viel an, doch Christian Beeck relativiert. „Außer Dominic Peitz handelt es sich bei allen Abgängen um Spieler, die zwischen Ersatzbank und Startelf gependelt sind.“ Soll heißen: Allzu groß ist der Qualitätsverlust nicht.

Beeck mag in diesem Punkt recht haben, doch die Abgänge von Brunnemann und Thomik hinterlassen auf der rechten Seite offensiv wie defensiv ein nicht zu unterschätzendes Vakuum. Aktuell hat der 1. FC Union mit Christopher Quiring und Christoph Menz nur zwei Spieler im Kader, die für diese zwei Positionen infrage kämen. Dass das nicht ausreicht, weiß auch Christian Beeck. „Wer sich das Gesamtbild mit den Abgängen anschaut, kommt zu dem Schluss, dass wir rechts etwas machen müssen und auch werden.“

Gleiches gilt für die zentrale Position im defensiven Mittelfeld, wo neben Peitz auch sein Ersatzmann Younga-Mouhani in der kommenden Saison nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Auch in der Abwehr und im Angriff stehen personelle Veränderungen an. Karim Benyamina wird als Rekordtorschütze des Vereins von den Fans lautstark verabschiedet werden, mit Simon Terodde könnte sein Nachfolger schon bereitstehen. Zumindest scheint der 1. FC Union großes Interesse an dem 23 Jahre alten Kölner Stürmer zu haben. „Für uns birgt jede Veränderung auch eine Chance“, sagt Christian Beeck. Wohl wissend, dass für ihn als Teammanager an Urlaub nicht zu denken ist.

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